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CORDELIA CHATON

David Löw lernt bei Ceratizit einiges über Sägezähne und Gewichte

David steht in diesen Ferien früher auf. Um 7.30 fängt seine Schicht bei Ceratizit an. Dort macht er eineinhalb Wochen lang ein Praktikum. „Ich bin durch meinen Vater hergekommen. Der arbeitet hier und hat mir viel vom Unternehmen erzählt“, sagt er. Auch seine Mutter fand die Idee gut. Jetzt kümmert der Schüler sich um Sägezähne für Bandsägen , die von einer Maschine gepresst werden. „Ich muss sie messen und das Gewicht überprüfen“, erklärt der 16-Jährige aus Redingen.

Ihm gefällt nicht alles, was er macht. „Aber ich bin froh, hier zu sein“, sagt er. „Das ist besser als zu Hause den ganzen Tag vorm PC zu sitzen und zu spielen oder Gartenarbeit zu erledigen.“ Ein bisschen klingt die Meinung seiner Eltern durch. Die wissen, dass Ceratizit ein Hartmetallspezialist ist, der weltweit zu den Marktführern gehört. Von Präzisionswerkzeug bis hin zu Kugelschreiberkugeln reicht die Produktpalette, die über 100.000 Artikel umfasst.

Erste Erfahrungen

Für David ist es nicht das erste Praktikum. „Ich war schon beim Förster und in einem Reisebüro“, zählt er auf. Einen genauen Berufswunsch hat er noch nicht, wohl aber einen Bereich, der ihn interessiert: „Gebäudetechnik finde ich spannend.“ Nächstes Jahr, wenn die Schule ein einmonatiges Pflichtpraktikum verlangt, dann will er es vielleicht bei einem solchen Unternehmen versuchen. Bislang hat er sich selbst um Praktika gekümmert. Von Initiativen wie dem „HelloFuture-Bus“ des Industrieverbandes FEDIL hat er gehört, aber das hat ihn bislang nicht interessiert.

Noch aber bleibt ihm die Arbeit bei Ceratizit. Sie ist nicht genau so, wie er sich das vorgestellt hat. „Für eine Fabrik ist es hier gar nicht schmutzig“; meint er. Wenn er um 16.00 fertig ist, ist er müde, dann läuft nicht mehr viel. Noch verdient David nichts. Denn Praktika bezahlt Ceratizit, wenn sie länger als drei Wochen dauern. Dann sind für Schüler der Klassen 11 bis 13 monatlich 450 Euro drin.

Eric Schouveller leitet den Bereich, in dem Löw arbeitet. Er hat 18 Kollegen, für die er verantwortlich ist. Einer schaut immer nach den Praktikanten. „Wir haben schon seit Jahren Praktikanten und es ist wichtig, dass sie ihre Arbeit ganz genau erledigen. Sie sollen die Industrie kennen lernen und wenn sie älter sind, erhalten sie in der Regel ein Projekt zur Optimierung eines Ablaufs.“ Tatsächlich sind Schüler bei Ceratizit eher die Ausnahme und Ingenieur-Studenten die Regel. „Auch die werden eng von zwei bis drei Kollegen begleitet, allein wegen der Qualität“, unterstreicht Schouveller.

Die Rückmeldungen, die er von den Ingenieur-Studenten erhält, sind oft sehr positiv. Viele haben sich Industrie nicht so fordernd und forschungsintensiv vorgestellt. Aber Ceratizit als Hidden Champion mit weltweiter Präsenz hat auf dem Weltmarkt mit Konkurrenz zu kämpfen und mit sich mit Innovationen immer wieder unter Beweis stellen. Manche Studenten bleiben auch länger oder bewerben sich später. „Das hilft, denn auf dem Markt ist die Konkurrenz um Nachwuchs groß“, weiß Schouveller. Er spricht Französisch wie fast alle hier in der Produktion. Die Studenten wohnen in der Regel in Luxemburg und daher stellt das für sie kein Problem dar.

Viele von ihnen sind angenehm überrascht. Denn neben einem praktischen Projekt erhalten sie auch die Möglichkeit, an betriebsinternen Fortbildungen teilzunehmen, beispielsweise für die Nutzung von Excel. Angesichts einer Praktikumsdauer von bis zu vier Monaten kommt da einiges zusammen. „Außerdem erhalten sie immer interne Rückmeldungen. In unserem Team herrscht eine gute Stimmung und die Kollegen scherzen gern“, verrät der Bereichsleiter.

www.ceratizit.com