LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

„CEO for one month“: Nicole Wagner ist die beste Luxemburgerin der „Adecco Group“-Challenge

Mit einem Bachelor in Informatik und einem Masterdiplom in Management ist man für die Berufswelt schon recht gut aufgestellt. Nicole Wagner (22) aus Limpertsberg hat aber noch eine weitere Challenge angenommen, um sich optimal auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Sie hat als beste Luxemburgerin bei der Initiative „CEO for one month“ der Adecco Group teilgenommen und ein Praktikum bei „The Adecco Group“ Luxemburg gewonnen. Zusammen mit 20.000 Bewerbern aus aller Welt galt es ab Februar, seine Kompetenzen und Fähigkeiten im Unternehmertum unter Beweis zu stellen. Dass dies einem viele Türen öffnet, ist klar. Was Nicole Wagner aber sonst noch erleben konnte, verrät sie uns im Interview.

Wie ist es dazu gekommen, dass Du bei der „Adecco Group“-Challenge „CEO for one month“ teilgenommen hast?

Nicole Wagner Ehrlich gesagt bin ich durch Zufall via Facebook darauf gestoßen. Das Programm hat mich angesprochen, und es schien mir eine einzigartige Gelegenheit zu sein, um in das Berufsleben eines Firmendirektors einblicken zu können. Die Bewerbung war recht aufwendig. Nach einer Online-Einschreibung, bei der man bereits ein Motivationsschreiben und den Lebenslauf einreichen musste, galt es fünf Tests zu bestehen. Das ging von Logik über Zahlenanalyse, Sprachkompetenz bis hin zur Gestaltung eines Interviews. Die zehn Besten sind daraufhin ausgewählt worden und mussten noch einmal gegeneinander antreten. Wer dann unter den ersten Drei war, hat ein eigenes Bewerbungsvideo für den Posten des „CEO for one month“ drehen müssen. Intern bei „The Adecco Group“ wurde dann abgestimmt, wer für Luxemburg bei der globalen „Adecco Group“-Challenge antreten durfte. Ich hatte meine fachlichen Kompetenzen in den Vordergrund gestellt und auch meine Fähigkeiten im Leadership und Unternehmertum erwähnt, die ich durch viele Praktika erlangen konnte. Das hat überzeugt, denn ich wurde als Beste für Luxemburg ausgewählt!

Welche Aufgaben musstest Du in London meistern?

Wagner Zunächst mussten die Besten aus 47 Ländern in verschiedenen Aufgabengebieten gegeneinander antreten. Einmal galt es, Menschenkenntnis zu beweisen. In einem fiktiven Restaurant mussten wir anhand des Aussehens der Kunden darauf schließen, welche Menüvorlieben sie wohl haben könnten. Neben dem Restaurant-Management war der psychologische Aspekt bei dieser Situation also auch ausschlaggebend, um bei der Fallanalyse gut abschneiden zu können. An einem anderen Tag mussten wir unsere kreativen Fähigkeiten im Team beweisen oder im Falle einer Cyberattacke auf unser Unternehmen schnell einen adäquaten Aktionsplan ausarbeiten. Dann erst konnten zehn Finalisten nach London reisen und sich dort beweisen. Unter diese Aufgaben fiel zum einen, ein Innovationsprojekt für „The Adecco Group“ auszuarbeiten und vor einer Jury vorzustellen. Dann mussten wir in 30 Minuten eine Start-Up Idee entwerfen und diese auch einer Runde Investoren vorstellen. Das alles hat sehr viel Spaß gemacht, war aber auch richtig anstrengend und teilweise frustrierend. Wir wurden hart beurteilt und ungeschönt auf Fehler hingewiesen. Allerdings hat das uns wohl bestens auf die Arbeitswelt draußen vorbereitet.

Was hast Du über Dich lernen können?

Wagner Mein Selbstvertrauen hat sich sicherlich gestärkt. Ich hätte nie gedacht, dass ich es bis nach London schaffen würde. Das Niveau meiner Mitstreiter war beeindruckend, sodass ich meine eigenen Chancen anfangs als nicht sehr hoch einschätzte. Da ich aber stets weiterkam und auch meine Präsentationen und Ideen gut vorstellen konnte, hat das mich sehr bestätigt. Ich habe mich auch mehr getraut und das Vertrauen genutzt, das man mir angeboten hat.

Du konntest einen Monat lang mit Fabrice Poncé, CEO von „The Adecco Group“ Luxemburg zusammenarbeiten. Welche Erfahrungen hast du sammeln können?

Wagner Ich habe auch mit den Direktoren der beiden anderen Marken von „The Adecco Group“ Luxemburg zusammenarbeiten können. Ich konnte also Einblicke in verschiedene Gebiete gewinnen und jeweils andere Rollen übernehmen. Mal war ich eher beobachtend dabei und habe lernen können, wie Meetings aufgebaut waren und wie die Hierarchie unter den Arbeitnehmern geregelt ist. Das geht dann schon eher in den Bereich Human Ressources.

Aber ich konnte mich auch im Consulting im digitalen Bereich einbringen oder bei Kundengesprächen dabei sein. Es war auch sehr interessant direkt mit den Direktoren Unterhaltungen zu führen und ihnen Fragen zu stellen. Ich konnte wirklich überall etwas mitnehmen. Am besten hat mir die Zusammenarbeit mit Julie Noirhomme bei Ajilon gefallen, da ich dort vorwiegend mit Management, Informatik und Digitalem zu tun hatte. Das war wie auf mich zugeschnitten. Es war aber im großen Ganzen eine wunderbare Erfahrung, ich habe wirklich sehr viel gelernt.

Welche Vorteile ergeben sich aus dieser Erfahrung für das zukünftige Berufsleben?

Wagner Verstehen zu können, wie ein großes Unternehmen aufgebaut ist und geführt wird ist sehr wichtig, um eine funktionierende Organisation aufbauen zu können. Des Weiteren hat mich diese Gelegenheit gelehrt, wie ich meine Ideen und Konzepte ausarbeiten und überzeugend vorstellen kann. Alles, was wichtig für die Berufswelt ist, wurde mir mit auf den Weg gegeben. Da dies ein globales Event war, bin ich mit sehr vielen Menschen aus dem Ausland in Kontakt gekommen, sodass mir einige Türen außerhalb der Grenzen aufgemacht wurden. Die ganze Erfahrung war ein großes Bonus, das mir viel für meine weitere Karriere bringen wird.

Wo siehst Du Dich in der Zukunft?

Wagner Ich habe einige Berufsangebote erhalten, auch von „The Adecco Group“. Alle sind sehr interessant, doch meine ersten Berufsjahre werde ich im Consultingbereich absolvieren. Momentan habe ich einen Arbeitsplatz bei der Consulting-Firma „Core Transform“ in Berlin, bei dem ich in der Woche viel herumreisen muss. Hier hat man mit sehr vielen verschiedenen Projekten zu tun und lernt so sehr viel für später. Längerfristig sehe ich mich aber eher in einem etwas gesetzteren Umfeld, wo ich nicht so viel wechseln muss und alle meine Fähigkeiten mit einbringen kann. Momentan fühle ich mich aber noch nicht bereit für einen Posten mit sehr viel Verantwortung. Ich würde mich gerne bestmöglich ausbilden und so viele Eindrücke wie möglich sammeln.