LUXEMBURG
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Von Spuerkeess-Schließungen betroffenen Bürgermeister geben nicht auf

Von der am 12. Februar von der Generaldirektion der Spuerkeess mitgeteilten Entscheidung, ab dem 27. März elf Filialen zu schließen, haben die betroffenen Gemeinden anscheinend erst über die Presse erfahren, wie der Bürgermeister der Gemeinde Roeser, Tom Jungen, auf einer gestrigen Pressekonferenz monierte, der auch die Bürgermeister der Gemeinden Fels, Kopstal, Rümelingen, Mertert, Winseler und Colmar-Berg - der Bürgermeister von Parc Hosingen ließ sich entschuldigen - beiwohnten, um solcherart ihren gemeinsamen Kampf gegen die Schließung der Spuerkeess-Niederlassungen zu unterstreichen.

In der bereits erwähnten Pressemitteilung hatte die „Banque et Caisse d’Epargne de l’Etat“ (BCEE) bekanntgegeben, dass sie sich nach einer Analyse über die Nutzung ihres Filialnetzes dazu entschlossen habe, mehrere Niederlassungen zu fusionieren. Im Zentrum ihrer neuen Strategie stehe indes die Digitalisierung.

Der Staatsminister bekommt Post

Tom Jungen, der ja auch LSAP-Generalsekretär ist, zeigte sich gestern jedenfalls wütend und enttäuscht über die Entscheidung der Spuerkeess-Generaldirektion, und fordert Premier Xavier Bettel nun in einem von den acht Gemeinden unterzeichneten Brief - ein weiterer Brief zur Dialogaufnahme ging gestern auch an die Generaldirektorin der Spuerkeess - zum Handeln auf. Auch baten die Bürgermeister der acht Gemeinden um eine Unterredung mit dem Regierungschef.

So handele es sich bei der Spuerkeess nicht um eine Privatbank, sondern um eine Bank, die zu 100 Prozent in staatlicher Hand sei und einen Versorgungsauftrag zu leisten habe. Auch stelle die Regierung fünf Mitglieder des Verwaltungsrats der Spuerkeess.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Fels, Natalie Silva (CSV), wies ihrerseits darauf hin, dass die Entscheidung der Sparkasse, elf Filialen zu schließen, in einer Reihe mit den Schließungen von Polizeikommissariaten und von Post-Filialen zu sehen sei, und sich die staatlichen Betriebe zunehmend aus dem ländlichen Raum zurückziehen würden. Dabei sei nur wenige Tage vor dem Bekanntwerden der Entscheidung der Spuerkeess-Generaldirektion eine parlamentarische Debatte über die Entwicklung des ländlichen Raums und die Dezentralisierung der staatlichen Institutionen geführt worden. Die acht Kommunen, die auch das Gemeindesyndikat Syvicol mit der Problematik befassen werden, wollen bis zum Stichdatum des 27. März auf jeden Fall alles tun, um eine Schließung der elf Filialen zu verhindern.

Zu Wort meldete sich gestern Abend auch die KPL, die der Ansicht ist, dass man es nicht bei schriftlichen Protesten belassen dürfe. Eine erste Protestaktion findet dann auch am Donnerstag, den 5. März um 10.30 in Rümelingen vor der BCEE-Agentur statt.