CLAUDE KARGER

Die schweizerische „24 Heures“ ist hingerissen: „A Davos, un premier ministre luxembourgeois de choc“. Was war passiert? Xavier Bettel hatte sich mehr darüber gefreut, „pour la première fois à Davos à un débat public sur la question LGBT“ in kleiner Runde teilzunehmen, als sich im großen Saal mit Welt- und Wirtschaftslenkern abfotografieren zu lassen. „Je ne suis pas un gay qui est premier ministre, mais un premier ministre qui est gay. Je ne le fais pas pour les autres, je le fais pour moi. Je me suis marié parce que j‘étais amoureux. Mais en étant juste moi-même, je constate que je peux rassurer certaines personnes et éviter que des gays se suicident parce qu‘ils sont rejetés“, sagte er „24 Heures“. Dass das auch weiterhin passiert in unserem ach so modern-hyper-digitalisierten Zeitalter, DAS ist der Schock. Und dass der Kampf gegen Diskriminierung, die in vielen Fratzen daherkommt, auch im 21. Jahrhundert noch längst nicht gewonnen ist. Vor diesem Hintergrund schockierte uns gestern nicht zuletzt die Schlussfolgerung eines Politikwissenschaftlers aus einer Verhaltensstudie: „Die Menschen sind auf sich bezogen und ihren inneren Kreis und werden immer gleichgültiger gegenüber allen Formen von kollektiven Organismen“, sagte er „Wort online“. Keine guten Zeiten für Weltverbesserer...