Luc Frieden wurde vorgestern zwar vorerst als Minister gerettet, die Position des „Kronprinzen“ in der CSV dürfte er nach all den Skandalen aber los sein. Das hat auch mit der politischen Langlebigkeit von Ewig-Premier Juncker zu tun. Für das „D’Lëtzebuerger Land“, ist Frieden „un peu le Prince Charles luxembourgeois. A l‘âge actuel de Luc Frieden - il aura 50 ans en septembre, - Juncker, de neuf ans son aîné, était déjà Premier ministre depuis dix ans“. Nicht auszuschließen, dass der Übervater bald wackelt. Superminister Claude Wiseler bringt sich derzeit laut „Land“ schon diskret in Position. Vielleicht hat er sogar bereits ein neues Geschäftsmodell für seine Partei im Gepäck. Das wird gebraucht, denn während der „Bleideckel“ auf der „Bommeleeër“-Affäre langsam aber sicher zerbröselt, weiten sich die Risse im CSV-Staat. „Der Generalstaatsanwalt spielt nicht mehr mit“, stellte gestern das „Land“ fest und wundert sich nicht im Geringsten darüber, dass Roby Biever nach Jahren der Destabilisierung, zum Teil mit „infekten“ Mitteln, der Kragen platzt. „Der CSV-Staat funktioniert nur so lange reibungslos, wie er die Mittel dazu hat, Rivalitäten und Interessenkonflikte im Staatsapparat zu beschwichtigen und seine wichtigsten Leute einzubinden“, schreibt das „Land“. Tempi passati.