PASCAL STEINWACHS

Dass Ehrenpremierchef Juncker im jüngsten, im Auftrag von „Wort“ und RTL erstellten „Politmonitor“-Dings bei der CSV auf Platz zwei der „Wer ist der beste Spitzenkandidat?“-Frage gelandet ist, obwohl er mit der einheimischen Politik schon längst nichts mehr am Hut hat, hat das „Tageblatt“ dermaßen erschüttert, dass es seiner Leserschaft nun ebenfalls diese Frage gestellt hat - mit einem ganz anderen Resultat. Hier sprechen sich nämlich beachtliche 83 Prozent „gegen Bokassas Rückkehr“ aus, was das OGBL-Blatt dann auch zur lustigen Überschrift „Juncker, der Ungeliebte“ inspirierte. Ganz seriös ging es gestern hingegen in der Erzbistumszeitung zu, wo alle vier CSV-Spitzenkandidaten einer genauen Pro-und-contra-Überprüfung unterzogen wurden. Interessant sind natürlich nur die Negativpunkte, nämlich dass Claude Wiseler zu nett sein soll („Wiselers Stärke ist bis zu einem gewissen Grad auch seine Schwäche“), Viviane Reding zu alt („67 Jahre alt; heute eigentlich kein Alter, aber auch nicht wirklich ein Signal für einen Neuanfang“), Luc Frieden zu out („Frieden ist aktuell mehr Privatier als Politiker“), und Martine Hansen zu unbekannt („der Schritt zur Spitzenkandidatin könnte noch etwas zu groß bzw. noch zu früh sein“). Also doch Jean-Claude Juncker...