LUXEMBURG
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Nach Fällen von häuslicher Gewalt: Für viele Frauen gestaltet sich die Wohnungssuche schwierig

Die Problematik der steigenden Wohnungspreise und der Mangel an erschwinglichem Wohnraum wirken sich auf vielen Ebenen aus. Flüchtlinge mit Statut haben Schwierigkeiten, fündig zu werden und belegen so Zimmer in den Strukturen, die eigentlich für Asylbewerber gedacht sind. Auch in Frauenhäusern macht sich die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar. „Die Frauenhäuser im Großherzogtum stoßen aktuell an ihre Kapazitätsgrenzen“, hält etwa der Piraten-Abgeordnete Sven Clement in einer parlamentarischen Anfrage von Mitte März fest. Ende 2018 gab es seinen Angaben zufolge landesweit 220 Plätze für Frauen in Notsituationen.

Zusammen mit dem Sektor nach Lösungen suchen

Das Ministerium für die Gleichstellung zwischen Frauen und Männern (MEGA) ist sich der Problematik bewusst, dass Frauen infolge von Fällen häuslicher Gewalt große Schwierigkeiten haben, eine eigene Wohnung zu finden. „Das Problem, das sich teilweise stellt, besteht darin, dass Frauen, die in Frauenhäusern unterkommen, zu Beginn aufgrund von häuslicher Gewalt dort eine Wohnmöglichkeit vorfinden. Nachdem sich ihre persönliche Situation gebessert hat, ist es für viele Frauen sehr schwierig, auf dem Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden aufgrund der generellen Problematik der steigenden Preise“, antworten die zuständige Ministerin Taina Bofferding (LSAP) und Wohnungsbauministerin Sam Tanson (déi gréng). Diese Schwierigkeiten sollen im Rahmen eines nächsten Treffens zwischen dem MEGA-Ministerium und den Dienstleistern im Sozialsektor zur Sprache kommen. „Das MEGA und das Wohnungsbauministerium werden zusammen daran arbeiten, um Lösungen für diese Problematik zu finden“, schreiben die beiden Regierungsmitglieder - ohne das aber weiter zu erläutern.

Zahl der Einsätze stagniert

Im Koalitionsabkommen kündigte das Dreierbündnis an, Hilfsangebote für die Opfer von häuslicher Gewalt ausbauen zu wollen. Dies müsse „auch in Zusammenarbeit mit anderen zuständigen Ministerien“ erfolgen, präzisieren die Ministerinnen. In den vergangenen Jahren musste die Polizei jährlich rund 800 Mal in Fällen von häuslicher Gewalt gegenüber Frauen, Männern oder Kinder ausrücken. Die Regierung spricht von einer „tendenziell stabilen“ Entwicklung über die vergangenen Jahre, die zudem unter dem Niveau von 2012 liege. Vor sieben Jahren betrug die Zahl der Polizeieinsätze 876. 375 Platzverweise wurde angeordnet.