Im Vergleich zu 2013 blieb die Gesamtlage relativ unverändert: Dies ist die zentrale Feststellung der EU-Drogenberatungsstelle (EMCDDA), die gestern ihren Bericht 2014 veröffentlichte. In einigen Bereichen hätten sich zwar positive Entwicklungen abgezeichnet, gleichzeitig würden sich allerdings auch neue Herausforderungen - durch neu aufkommende drogenbedingte Probleme - stellen. Es bleibt bei der bisherigen Zweiteilung: Die Zahl hochgradig problematischer Konsumenten, die folglich häufig Drogen injizieren, ist relativ klein, derweil die Zahl von Konsumenten im Freizeitmilieu sowie experimentellen Konsumenten groß ist. Heroin spielt mittlerweile eine deutlich geringere Rolle, als dies in der Vergangenheit der Fall war, während Stimulanzien, synthetische Drogen, Cannabis und Arzneimittel immer mehr an Bedeutung gewinnen.
Positiver Trend in vielen EU-Ländern
Erhebliche Unterschiede konnten dennoch zwischen einzelnen Ländern festgestellt werden. Derweil sich in vielen EU-Mitgliedsstaaten ein positiver Trend abzeichne, mache sich in anderen Ländern eine besorgniserregende Entwicklung bemerkbar, so etwa in Griechenland und Rumänien sowie in einigen baltischen Staaten. Letztendlich werde dies an der Zahl der Todesfälle durch Überdosis und drogenbedingte HIV-Infektionen deutlich. Im Unterschied zur Gesamtentwicklung bleibt die Zahl der Todesfälle durch Überdosierung in einigen Ländern, vor allem in Nordeuropa, weiterhin auf relativ hohem Niveau. In Luxemburg soll es 2014 acht drogeninduzierte Todesfälle gegeben haben.
Die Zahl der Todesfälle infolge von Heroinkonsum ist rückläufig, dagegen steigt im Allgemeinen die Zahl der Toten infolge des Konsums synthetischer Opioide. Besonders viele solcher Fälle wurden etwa aus Estland vermeldet.
Zwei neue psychoaktive Substanzen pro Woche
Im Jahr 2013 wurden 81 neue psychoaktive Substanzen an das EU-Frühwarnsystem gemeldet - demnach fast zwei pro Woche - , womit sich die Zahl der überwachten Substanzen auf mehr als 350 erhöht hat. Allgemein wachse der Drogenmarkt, stellte die europäische Drogenbeobachtungsstelle ebenfalls fest.
Wie außerdem aus dem Bericht hervorgeht, zeigt der Konsum von Cannabis in Europa insgesamt eine stabile beziehungsweise sogar rückläufige Tendenz, vor allem bei jüngeren Altersgruppen. Trotzdem wird gleichzeitig angemerkt, dass in manchen Ländern, in denen die Prävalenz bisher sehr niedrig war, ein steigender Konsum verzeichnet wurde.


