LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Künftig bis zu 10.000 Euro Beihilfe für die Realisierung eines Musikclips

Dass der „Fonds national de soutien à la production audiovisuelle“ eine Beihilfe zur Realisierung von Musikvideoclips zur Verfügung stellen will, war längst kein Geheimnis mehr. Bereits beim Filmfestival in Cannes hatte auch Premierminister Xavier Bettel Neuigkeiten, beziehungsweise neue Beihilfen, in Aussicht gestellt, die durch Anpassungen am gesetzlichen Rahmen des Unterstützungsmechanismus‘ des Filmfonds möglich wurden. Gestern wurde in diesem Kontext eine erste Zusammenarbeit zwischen Film Fund, Rockhal und music:LX durch die Unterschriften der drei künftigen Partner besiegelt.

Nachfrage aus dem Sektor

Den Videoclips luxemburgischer Musiker hätte es bislang oft aus Kostengründen an der nötigen Professionalität gefehlt, bemerkte Filmfonds-Direktor Guy Daleiden. Das soll sich nun ändern. „Mit dieser neuen Förderung reagieren wir auf eine Nachfrage aus dem Musiksektor und auch dem Sektor der audiovisuellen Produktion, demnach von Regisseuren und Technikern beispielsweise. Mit der Rockhal und music:LX haben wir daraufhin diese Unterstützung entwickelt“, so Daleiden. Weitere neue Beihilfen würden sich indes in Ausarbeitung befinden.

Geld aus dem Filmfonds-Topf

Maximal 10.000 Euro werden Künstlern künftig (ab dem 1. November) für ihr Videoclip-Projekt zur Verfügung gestellt. Bei dieser neuen Beihilfe handelt es sich zwar um eine Gemeinschaftsinitiative der drei genannten Instanzen, die auch zusammen auf Basis eingereichter Dossiers entscheiden, welche Projekte unterstützt werden, das Geld kommt allerdings vom Film Fund.

„Es ist eine punktuelle Hilfe. Wir unterstützen nicht einen Künstler, vielmehr handelt es sich um eine ‚aide à l’oeuvre‘, wobei es natürlich darum geht, dem Musiker dabei zu helfen, sich zu professionalisieren. Und wir unterstützen auch nicht automatisch jedes Projekt, natürlich müssen gewisse Kriterien erfüllt werden. In erster Linie muss die Qualität stimmen und eine internationale Verbreitung des Clips das Ziel sein“, bemerkte Daleiden. Voraussetzung ist außerdem, dass die Anfrage von einem luxemburgischen oder in Luxemburg wohnhaften Künstler kommt, der möglichst noch dazu mit Produzenten und/oder Technikern aus dem Großherzogtum zusammenarbeitet.

Anpassungen aufgrund der Erfahrungen

Zehn bis 15 Videoclips sollen pro Jahr mithilfe dieser Finanzspritze realisiert werden können. So genau lasse sich das momentan aber noch nicht vorhersehen. Das Budget, das für dieses erste Jahr zur Verfügung gestellt wird, wollte Daleiden deshalb auch nicht genau beziffern. Ohnehin werde es zu einer Anpassung der neuen Fördermaßnahme und der damit zusammenhängenden Bedingungen kommen, nachdem die ersten Erfahrungen gesammelt werden konnten. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir das Ganze so offen wie möglich gelassen“, sagte er.

Schritt Richtung Professionalisierung

Rockhal-Direktor Olivier Toth bezeichnete die Beihilfe als weiteren großen Schritt, um die Professionalisierung des nationalen Musiksektors voranzutreiben. „Der Videoclip ist ein wichtiger Bestandteil in der Entwicklung von Musikerkarrieren“, so Toth. Patrice Hourbette, Direktor von music:LX sprach sogar von einem historischen Moment: „Es ist das erste Mal, dass drei Strukturen mit dem Ziel zusammenarbeiten, die Künstler, die Manager und im Allgemeinen die Welt der Musik zu professionalisieren“.

„Rencontres de la Coproduction francophone“ 2019 in Luxemburg

Am Ende der Pressekonferenz wartete Guy Daleiden mit einer weiteren Neuigkeit auf: 2019 werden die „Rencontres de la Coproduction francophone“ von Luxemburg ausgerichtet. Das Filmevent zieht jährlich hunderte Fachleute dieses Genres an und ist eine wichtige Plattform für den internationalen Austausch über französischsprachige Koproduktionen. Die Förderung gemeinsamer Projekte im Bereich der Frankophonie ist eines der Ziele. 2016 versammelten sich nicht weniger als 200 Professionelle in Kanada, um Filmprojekte in Form von Pitch-Videos zu präsentieren und sich mit anderen Akteuren des Sektors im Rahmen von Workshops auszutauschen, in denen es um Großproduktionen und virtuelle Realität ging. Die diesjährige Auflage findet im November in Montreal statt, im nächsten Jahr ist es an Genf und 2019 dann an Luxemburg. „Dieses Treffen der Professionellen aus dem Filmsektor der frankophonen Länder steht jedes Jahr unter einem anderen Thema, über das dann diskutiert wird. Die von uns organisierten ‚Rencontres de la Coproduction francophone‘ werden unter dem Motto ,Filmmusik‘ stehen und finden im Rahmen des „Sonic Visions Festivals“ im November 2019 in der Rockhal statt. Beides wird aber nicht direkt miteinander vermischt. Die Zusammenarbeit mit der Rockhal und music:LX wird demnach in diesem Zusammenhang fortgesetzt“, erklärte der Direktor des Film Fund.

Alle weiteren Informationen zur neuen Beihilfe unter www.filmfund.lu