CLAUDE LAMBERTY

Wie in so vielen anderen Bereichen unserer Gesellschaft, geht auch in der Sportwelt nichts ohne die Vielzahl an ehrenamtlich engagierten Menschen. Knapp 60 Sportföderationen zählt das Land, die wiederum die wertvolle Arbeit der einzelnen Sportvereine koordinieren und ihre Interessen vertreten. Auch sie sind juristisch als Vereinigungen ohne Gewinnzweck verfasst und stützen sich auf das Benevolat, auf das uneigennützige Engagement ihrer Mitglieder. Wie sieht ein Blick in den Alltag der Sportverbände aus?

„Neben den Vereinen sind unsere Sportverbände die Stützen des luxemburgischen Sports. Ohne sie könnten die vielen Spielbegegnungen, Turniere oder Wettkämpfe an den Wochenenden nicht stattfinden. Dieses hohe Maß an Verantwortung ruht allerdings tagtäglich auf den Schultern einiger weniger Freiwilliger, deren lobenswerter Einsatz in den vielen Sportarten unabdingbar geworden ist.

Leider sind auch die administrativen Ansprüche an die Sportverbände mit der Zeit gewachsen. Neben der Organisation der nationalen Meisterschaften fällt noch eine Vielzahl an anderen Aufgaben an, die für Freiwillige und Ehrenamtliche neben einem 40-Stunden-Job nicht mehr zu bewältigen sind: Die Koordinierung der Jugendarbeit, die Antragstellung für Fördergelder, die Kommunikationsarbeit, das Steigern der Attraktivitäit der Sportart, Vertragabschlüsse mit Sponsoren, usw. Die Sportverbände stoßen schlicht und ergreifend an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. 

Nach vielen Unterredungen mit Vertretern der Verbände gilt es nun, die Regierung auf diese administrativen Herausforderungen aufmerksam zu machen. Um die Sportverbände professioneller zu gestalten, schlage ich vor, diese durch eine staatliche Förderung zu unterstützen. Durch die Subventionierung eines hauptberuflichen Generalsekretärs könnte man beispielsweise die Verwaltungsräte der Verbände und ihre freiwilligen Helfer bei administrativen Aufgaben substanziell entlasten und gleichzeitig die Professionalität des Sports steigern. Letzteres wird übrigens seit vielen Jahren von den Beteiligten gefordert.

Die Zukunft des luxemburgischen Sports ist auf jeden Fall viel zu wichtig, um leichtfertig mit den Sorgen der Sportverbände umzugehen. Wir brauchen meiner Meinung nach starke Verbandsstrukturen, die den Sport weiterbringen und sich nicht mehr ausschließlich auf die aufopferungsvolle Hingabe der Ehrenamtlichen stützen. Eine professionelle Unterstützung für die Sportverbände ist demnach auf Dauer unumgänglich.“