LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Die neue Radiostation „Studio Lux FM“ sendet seit August online

Der in Luxemburg geborene Engländer Andrew Martin und der Belgier Frédéric Colin sind seit Ende August mit „Studio Lux FM“, einer neuen Luxemburger Radio Station, am Start. Es handelt sich dabei allerdings um einen Sender, der ausschließlich über das Internet abgehört werden kann und sich auf elektronische Musik, insbesondere Underground Dance Music, beschränkt. Martin erblickte 1981 in Luxemburg das Licht der Welt, verbrachte dann seine Kindheit und Jugend in England, bevor er vor 15 Jahren ins Großherzogtum zurückkehrte. Als DJ ist er inzwischen fest etabliert. Der 33-jährige arbeitet aber auch als Musikproduzent und hat ein eigenes Label „Area 352“.

Wie ist die Idee für das neue Projekt entstanden?

Andrew Martin Ich wollte ein Online-Radio starten, allerdings nicht ausschließlich mit Musik aus der Techno-Schublade. Da meine technischen Kenntnisse nicht ausreichten, um das Projekt umzusetzen, fragte ich Frédéric, ob er sich um das Programmieren kümmern könnte, damit ich alles von zuhause aus abwickeln könnte. Er fragte, ob wir nicht versuchen sollten, einen Techno-Sender für Luxemburg zu starten. Wir haben unser eigenes Geld investiert, bislang gibt es weder Sponsoren, noch Werbung. Wie machen dies, um die lokale Underground Szene zu unterstützen.

„Studio Lux FM“ beschränkt sich aber nicht ausschließlich auf Techno?

Martin Nein, keineswegs. Alle elektronischen Musikstile sollen gespielt werden, allerdings sind wir noch nicht ganz so weit. Beispielsweise gibt es bislang noch kein Drum’n’Bass bei uns zu hören, aber das wird sich in den kommenden Monaten ändern. Wir haben morgens eine „Deep relaxing house policy“. In anderen Worten bedeutet das, dass am Vormittag eher gemütliche Tracks gespielt werden, ab dem Nachmittag wird der Rhythmus dann progressiv beschleunigt, bis dann abends reiner Techno zu hören ist.

Hatten Sie im Vorfeld schon Erfahrungen gemacht mit dem Medium Radio?

Martin Ja, ich war für Ara City Radio für den Verkauf von Werbung zuständig und ersetzte dort nach einer Weile DJs, die krankheitsbedingt oder aus anderen Gründen ihre Sendung nicht machen konnten. Außerdem hatte ich eine Zeit lang regelmäßig eine Sendung bei WAKY, einem lokalen Radiosender, der aber schon rund zehn Jahre lang nicht mehr existiert.

Wie funktioniert das Programm auf technischer Ebene?

Martin Die DJs bekommen einen Login für unsere Internetseite und können dann ihre fertigen Shows oder Mixes hochladen. Jene haben in der Regel eine Länge von ein bis zwei Stunden. Natürlich ist es besser, einen Mix von 62 Minuten zu bekommen, der wird dann automatisch zur vollen Stunde vom System ausgeblendet. Sind es nur, sagen wir, 58 Minuten, dann gibt es vorläufig eine Ruhepause von zwei Minuten. Wir arbeiten aber daran, passende Füller einzusetzen.

Welche DJs sind beim jungen Sender an Bord und wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Martin Natürlich tun wir unser Bestes, lokale Talente zu unterstützen und zu fördern. DJs aus Luxemburg haben wir vorrangig in unserem Tagesprogramm integriert, abends stehen dann eher größere internationale Namen im Rampenlicht, darunter Chris Liebing, Dave Clarke und viele andere. Mit diesen internationalen DJs, die größtenteils wöchentlich eine Sendung liefern, haben wir Verträge abgeschlossen. Newcomer können sich gerne mit uns in Verbindung setzen, wir geben ihnen dann die Erlaubnis, ihre Mixes hochzuladen.

Der meiste Inhalt ist vorproduziert. Sind denn auch Live-Übertragungen vorgesehen?

Martin Am 26. Oktober hatten wir unsere erste Live-Übertragung in der Apoteca in der Rue de la Boucherie. Vier DJs haben dort ab den Nachmittagsstunden sechs bis sieben Stunden lang aufgelegt. Am ersten Weihnachtstag werden sechs DJs in der Marx Bar in Hollerich spielen, deren Sets wir gleichzeitig auf Studio Lux FM übertragen. Am 11. Januar spielen dann erneut vier DJs in der Apoteca.

Wie läuft der Sender bislang?

Martin Sehr gut! Die allgemeine Resonanz war größer, als ich es erwartet habe. Wir können im Auge behalten, wie viele Leute uns hören und über welchen Zeitraum sie das tun. Im Oktober wurde das Programm insgesamt 80.000 Mal gehört. Die meisten Klicks hatten wir aus Frankreich, den USA, Deutschland und Luxemburg. Die Leute hören uns meist am Wochenende.

Gibt es schon Zukunftspläne für Studio Lux FM?

Martin Wir wollen mit internationalen Organisationen zusammen arbeiten, damit wir deren Live-Events übertragen können. Natürlich wollen wir noch mehr Zuhörer an Land ziehen und Spaß haben mit unserer Initiative.

www.studioluxfm.com