Bereits seit Oktober arbeiten Schüler und Lehrer des „Lycée Technique d’Esch“ auf ihren großen Informationstag „Fit fir den Aarbeschtsmaart“ hin. In den letzten Monaten haben die Schüler der 9ièmes TE und PO einen Einblick in die Berufswelt bekommen. Chantal Freymann, „Coordinatrice du service de l’orientation professionnelle“, erzählt im Interview mit dem „Journal“, wie diese Veranstaltung heute ablaufen wird.
Wie würden Sie dieses Event kurz beschreiben?
Chantal Freymann Die Veranstaltung heute ist eigentlich der Abschluss eines langen Projektes unserer 9ièmes TE und PO. Das Projekt war in drei größere Etappen eingeteilt. Zuerst haben wir unsere Schüler in sieben Klassenstunden über die Berufswelt aufgeklärt. So haben sie unter anderem gelernt, wie man sich bei einem Arbeitgeber bewirbt und wie sie ihr Lebenslauf aufbauen sollen. Nach dieser Phase haben sie ein Praktikum gemacht, wo sie verschiedene Berufe und auch die Firma an sich kennenlernen durften und aktiv mitarbeiten konnten. Heute ist nun der Abschluss dieses Projektes. Es werden ungefähr 62 Stände vertreten sein. Die Veranstaltung wird auf die drei Etagen unseres Gebäudes ausgebreitet sein. Man könnte sagen, dass es eine informative „Mini-Foire“ ist.
Wer kann an dieser Veranstaltung teilnehmen?
Freymann Unsere Tür ist heute für jeden offen. Jeder Schüler und alle Eltern, die sich informieren wollen, sind herzlichst Willkommen und sollten die Gelegenheit nutzen. Aus unserem Gebäude haben sich bereits um 500 Leute angemeldet.
Welche Berufe sind vertreten und was bringt dieser Tag einem Schüler?
Freymann Man kann eigentlich sagen, dass von allem etwas dabei ist. Es werden nicht nur Berufe vertreten sein, sondern zum Beispiel auch das Centre de Documentation et d’Information sur l’Enseignement Supérieur (CEDIES), wo die Schüler sich über ein mögliches Studium informieren können. Natürlich sind viele industrielle Berufe vertreten, aber das ist bei Weitem nicht alles. Der Vorteil ist, dass die Schüler alle Informationen an einem einzigen Ort bekommen. Diese Situation muss man sich einfach zu Nutze machen, um ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen.
Wann ist man Ihrer Meinung nach „Fit für den Arbeitsmarkt“?
Freymann Um „Fit für den Arbeitsmarkt“ zu sein ist es wichtig, dass man gut informiert ist, und auch innerhalb der Schule gut orientiert wird. Uns ist es wichtig unseren Schülern eine gute Orientierung zu garantieren. Sie sollen ihren Weg mit Bedacht auswählen und später einen Beruf ausüben an dem sie Spaß haben. Wenn sie das was sie lernen mit Freude lernen, bringen sie auch automatisch bessere Resultate und sind motivierter.
Ist es wahr, dass Berufe wie Metzger und Co. aus der Mode kommen?
Freymann Leider ist dies tatsächlich wahr. Oft ist es so, dass handwerkliche Berufe nicht besonders gut angesehen sind und dass Eltern ihren Kindern sogar davon abraten. Einerseits ist dies natürlich nachvollziehbar, allerdings ist das Handwerk eine sehr wichtige Sparte der Berufswelt. Es hängt halt immer davon ab, was man aus seinem Beruf macht. Wer ein Handwerk erlernt, kann später eine Meisterprüfung machen und vielleicht sogar selbst ein Unternehmen gründen. Das Handwerk müsste definitiv gesichert werden.



