LUXEMBURG
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Italien/Rumänien: Acht Verhaftungen und 18 Hausdurchsuchungen

Mit aktiver Unterstützung von Eurojust haben die nationalen Behörden Italiens und Rumäniens eine kriminelle Bande zerschlagen, der Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung vorgeworfen wird. An einem von Eurojust koordinierten gemeinsamen Aktionstag wurden acht Verdächtige vorläufig festgenommen, 18 Hausdurchsuchungen durchgeführt und mehr als 70.000 Euro an Vermögenswerten und Bargeld beschlagnahmt. Weitere drei Personen wurden nach Rumänien ausgeliefert. Es war das erste Mal, dass zwei nationale Mitglieder von Eurojust den zuständigen italienischen und rumänischen Behörden einen formellen gemeinsamen Antrag übermittelten, der die Einleitung einer Untersuchung und die Einsetzung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe zur Folge hatte.

Pro Tag 100 Euro

Die Bandenmitglieder, die sich hauptsächlich aus rumänischen Staatsangehörigen zusammensetzte, zwangen Frauen und Minderjährige zur Prostitution, zunächst im rumänischen Bezirk Pascani und zu einem späteren Zeitpunkt im italienischen Bergamo. Die Opfer stammten in der Regel aus armen ländlichen Gebieten und prekären Familienverhältnissen und hatten ein niedriges Bildungsniveau, wie Eurojust in einer Stellungnahme mitteilt. Die Bandenmitglieder versprachen den Opfern legale Arbeitsplätze und eine bessere Zukunft in Italien und rekrutierten sie ab und an über Jobcenter. Die Opfer wurden gezwungen, den Kriminellen 100 Euro pro Tag und einen zusätzlichen Betrag für Unterkunft und Transport zu zahlen. Den Kriminellen wird somit ferner Menschenhandel zum Zwecke der Versklavung, Prostitution und sexuellen Ausbeutung vorgeworfen.

Gute Koordination

Die nationalen Mitglieder für Italien und Rumänien bei Eurojust ergriffen nach offiziellen Angaben im April 2018 die Initiative und überzeugten die italienische Staatsanwaltschaft Brescia, eine Untersuchung gegen die Bande einzuleiten und mit dem rumänischen Territorialbüro der Direktion für die Untersuchung von organisierter Kriminalität und Terrorismus eine gemeinsame Ermittlungsgruppe (JIT) zu bilden. Die italienische Antimafia-Abteilung war ebenfalls an der Einleitung der Untersuchung beteiligt. Eurojust unterstützte die Ermittlungsgruppe finanziell und logistisch und hielt zwei Koordinierungssitzungen in Den Haag ab, um die justizielle Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden zu erleichtern und zu helfen, strafrechtlichen Ermittlungen voranzubringen.

Der erfolgreiche Abschluss der Operation sei vor allem auf diesen einzigartigen gemeinsamen Antrag zurückzuführen, der auf den Sonderbefugnissen beruht, die den nationalen Mitgliedern durch den Beschluss des Rates zur Einrichtung von Eurojust als Einheit für die justizielle Zusammenarbeit der EU eingeräumt ist, wie es aus Den Haag abschließend heißt.

Ein Video der Polizeiaktion kann man sich unter tinyurl.com/Carabinieri-eurojust