ESCH/BELVAL
KIM GREIS

40 Jahre Erfolgsgeschichte: Die Jungs von Toto überzeugten in der Rockhal

Wenn man an Bands denkt, die die Musikszene nachhaltig beeinflusst haben und deren Ruhm bis heute nachhallt, dann kommt man nicht um die Rockgruppe Toto rum. Zum 40-jährigen Bestehen wollen die Mitglieder es noch einmal wissen und touren mit Toto durch Europa und Nordamerika. Die Band, die durch Hits wie „Africa“ oder „Hold The Line“ bekannt wurde, besteht, bis auf eine zweijährige Unterbrechung, seit 1976. Um einige Besetzungswechsel ist Toto in der Zeit nicht rumgekommen, jedoch sind mit Steve Lukather, David Paich und Steve Porcaro auch noch drei Mitglieder der ersten Stunde dabei. Am Donnerstag traten Toto im Rahmen der „40 Trips Around The Sun“-Tour in der Rockhal in Esch/Belval auf und wir waren dabei.

Da es keine Vorgruppe gab und die Türen bereits um 19.00 öffneten, musste man etwas Geduld bis zum Konzertbeginn um halb neun mitbringen, sofern man denn einen Platz unweit der Bühne ergattern wollte. Dass die Band auch noch jüngere Generationen zu beeindrucken weiß, zeigte sich am Publikum, in dem es zahlreiche Vertreter nahezu aller Altersgruppen gab. Pünktlich ging es dann auch los und Toto gaben gleich den neuen Song „Alone“ vom kürzlich veröffentlichten Jubiläumsalbum zum Besten. Bereits jetzt konnten einige Fans den eingängigen Refrain mitgrölen. Richtig befeuert wurde die Stimmung dann mit dem zweiten Lied, dem Klassiker des ersten Albums „Hold The Line“, den wohl nahezu jeder schon mal gehört haben muss.

Dreigeteilte Setlist

Weiter ging es mit etwas weniger bekannten Liedern, bevor mit dem Hit „Rosanna“ der Höhepunkt und auch das Ende des ersten Teils der Setlist erreicht war. Dabei wurde das Publikum noch einmal ordentlich zum Mitsingen angeregt. Der zweite Teil war dann ein bisschen familiärer, die Bandmitglieder haben sich alle hingesetzt, und die elektrische Gitarre wurde durch eine akustische ersetzt. Was darauf folgte waren Ausschnitte aus verschiedenen bekannten und auch weniger bekannten Werken der Band. Zu jedem Ausschnitt gab es eine Vorgeschichte, die von den kreativen Köpfen der Gruppe erzählt wurde.

Eines der Lieder wurde beispielsweise das erste Mal überhaupt live vorgetragen, wie der Gitarrist Steve Lukather beteuerte. Ein anderer Song, nämlich „99“, wurde erstmals auf der Tour gespielt. Der Keyboarder Steve Porcaro erzählte, wie ihm die Idee zu dem Song „Human Nature“ kam, der später ein Hit von Michael Jackson wurde. Allgemein wurde sehr oft auf das Publikum eingegangen, das sich sehr gut animieren ließ. Es wurde betont, wie wichtig es einem sei, in Luxemburg zu spielen und wie großartig das Publikum doch sei. Dabei zeigten die Bandmitglieder auch Witz, so leitete Lukather ein Lied mit den Worten „This one’s for me“ ein.

Voller Energie

Nach dem akustischen Stelldichein ging es gleich etwas rockiger weiter. Darunter auch zahlreiche instrumentelle Parts, in denen die Musiker ihr Können unter Beweis gestellt haben. Steve Lukather tat dies bei den zahlreichen Gitarrensoli und der Keyboarder Steve Porcaro bediente sein Instrument mit sehr energischen Handbewegungen. Der Sänger Joseph Williams verließ wahlweise die Bühne oder animierte das Publikum. Auch die Tourmitglieder machten ein sehr gutes Bild, wie der Perkussionist Lenny Castro, der fast seit Beginn mit dabei ist. Kurz vor Schluss wurde George Harrison mit Beatles-Klassiker „While My Guitar Gently Weeps“ geehrt. Das große Finale gab es schließlich mit dem Welthit „Africa“, bei dem buchstäblich die ganze Halle am Beben war. Gefühlt grölte jeder im Publikum das Lied und wurde zusätzlich durch die Bandmitglieder befeuert.

Als die Band die Bühne verließ, hatte das Publikum aber noch nicht genug, und es wurde versucht, die Jungs durch Gesänge und Geklatsche zu einer Zugabe zu animieren. Mit Erfolg, sichtlich erfreut von dem motivierten Publikum, gaben Toto den Titel „The Road Goes On“ zum Besten, der an sich die ganze Karriere der Band resümiert. Danach war dann wirklich Schluss und Lukather meinte zum Abschluss, dass er sich freuen würde, wenn man den 50. Geburtstag der Band auch zusammen feiern könnte, mit der Nebenbemerkung, dass er hofft, dann noch selbst mit dabei sein zu können. Wir wünschen ihm und der Band das Beste und freuen uns, Toto in zehn Jahren (oder früher) noch mal zu sehen. Dem begeisterten Publikum ging es genauso.