LUXEMBURGJEFF KARIER

Weine aus dem Großherzogtum müssen sich nicht hinter denen aus anderen Ländern verstecken

Dass Luxemburg ein Weinland ist, ist hinlänglich bekannt. Das Klima an der Mosel ist für den Weinbau nahezu optimal und der diesjährige Jahrgang verspricht laut mehreren Winzern ein sehr guter werden. Das liegt nicht zuletzt an den fast durchgehend warmen und trockenen Sommermonaten. Dass die allgemeine Qualität der luxemburgischen Weine in den letzten Jahren beziehungsweise Jahrzehnten signifikant gestiegen ist, liegt aber auch an einem Philosophiewechsel, den man mit „Klasse statt Masse“ zusammenfassen kann.

Weniger Ertrag pro Hektar

Lange bevor es Reglementierungen wie etwa die „Appellation d’Origine Protégée“ (AOP) gab, haben bereits einige Winzer Qualitätscharten unterschrieben, in denen unter anderem Grenzwerte festgelegt sind. So auch zum Beispiel die Charta „Domaine & Tradition“, deren Gründungsmitglied die Domaines Clos des Rochers, Thill, Sunnen-Hoffmann, Gales, Bastian, Château Pauqué, Clos Mon Vieux Moulin und Aly Duhr et Fils sind. Das Resultat sind ausgeglichene, tolle Weine, die sich vor den Weinen aus traditionsreichen Weinbaugebieten im Ausland nicht verstecken brauchen.

Pionierarbeit

Am 22. September veranstalteten die „Domaine & Tradition“-Mitglieder eine Verkostung ihrer Weine des Jahrgangs 2014. Hervorzuheben sind hier die Häuser Clos des Rochers, Thill und Bastian, deren 2014 Jahrgang beim erstmaligen Pröbeln besonders überzeugen konnte. Laut Anouk Bastian, von Domaine Mathis Bastian, leistete man 1989 mit der Charta „Domaine & Tradition“ Pionierarbeit, die sich ausgezahlt hat. „Man ermöglicht der Rebe beziehungsweise dem Weinberg durch einen niedrigeren Ertrag Trauben hervor zu bringen, die einen kräftigeren Wein ergeben“, erklärt Bastian.

Das Gute liegt so nahe

Neulich lud Bernard-Massard zu einer Verköstigung ein, auf der neben den eigenen Produkten auch Weine und Crémants unter anderem aus Frankreich, Italien und Spanien zu finden waren. Obwohl die Gelegenheit es erlaubt hatte, eine önologische Reise durch Europa zu wagen, war der Reiz der heimischen Weine stärker. Der Pinot Blanc 2014 Grevenmacher Fels Domaine Clos des Rochers (8,21 Euro), sowie der Pinot Gris 2014 Château de Schengen (10,83 Euro) blieben dabei in besonders guter Erinnerung. Aber auch der Auxerrois 2014 Château de Schengen (8,21 Euro) war ein echtes Highlight.

Sollten Sie es also bisher versäumt haben, den luxemburgischen Qualitätsweinen eine Chance zu geben, sollten sie das baldmöglichst nachholen. Entweder auf einer der Verkostungs-Events, oder direkt bei den Winzern und Kellereien vor Ort.


Alle weiteren Informationen dazu finden Sie auf www.domaine-et-tradition.lu, www.bernard-massard.lu und den Internetseiten der jeweiligen Winzer