LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Tanz, Theater und Oper: reichhaltige Saison 2019/20 in den Theaterhäusern der Stadt Luxemburg

Auf „ein schönes Tanz-, Theater- und Opernfestival“ darf sich das Publikum laut Bürgermeisterin Lydie Polfer kommende Saison wieder in den hauptstädtischen Theaterhäusern freuen. Die kreative Arbeit der Theaterverantwortlichen lobte sie gestern während der Programmvorstellung in den höchsten Tönen. Dazu gehöre auch der handwerkliche Part, der in den Werkstätten geleistet werde. Für rund ein Dutzend Produktionen, von denen manche danach auf Tournee ins Ausland gingen, seien dort die Bühnenkulissen realisiert worden. „Auch diese Arbeit trägt zur kulturellen Ausstrahlung Luxemburgs über die Grenzen hinaus bei“, betonte sie.

Über 52.600 Besucher in dieser Spielzeit

Der Erfolg der beiden Häuser - „Grand Théâtre“ und Kapuzinertheater - und seiner Programme spiegele sich derweil in den Besucherzahlen wider. „Bislang - und die Spielzeit 2018/19 ist noch nicht einmal vorbei - konnten 52.692 Besucher gezählt werden, das entspricht einer Auslastung von rund 87 Prozent. Und wieder ist es uns gelungen, neue Besucher anzuziehen: Fast 2.000 haben diese Saison zum ersten Mal Eintrittskarten für eine der Vorstellungen gekauft. Die Mannschaft um Direktor Tom Leick ruht sich also nicht auf ihren Lorbeeren aus, sondern strengt sich jede Saison aufs Neue an, um neue Publikumsschichten zu erreichen“, lobte Polfer und sicherte die weitere Unterstützung der Stadt Luxemburg zu, damit der Erfolg der Theaterstrukturen dauerhaft bleibe. „Wir müssen vor allem in die Menschen und die Kreationen investieren“, betonte sie.

Aus den Theatern der Stadt Luxemburg einen Ort der Kreation, der Begegnung und des Austauschs zwischen lokalen Künstlern und solchen von außerhalb zu machen, sei eine Arbeit, die viel Zeit in Anspruch genommen habe, meinte Tom Leick. „Unsere Schauspieler sind mehrsprachig, haben ganz diverse Ausbildungen innerhalb Europas absolviert und sind nach Luxemburg zurückgekehrt, um zu kreieren. Ich bin der Ansicht, dass diese Diversität unseren Produktionen und der Arbeit, die hier geleistet wird, eine einzigartige Qualität verleiht. Genau dafür wird uns immer mehr Aufmerksamkeit im Ausland zuteil“, sagte Leick.

Ein Musical und sieben Opernabende

Sieben Opernabende kann man in der Spielzeit 2019/20 im Großen Theater erleben. Der Startschuss fällt im Oktober mit „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber. Ein Highlight dürfte die Aufführung von „Macbeth“ in einer Bearbeitung von Guiseppe Verdi mit dem „Orchestre Philharmonique du Luxembourg“ im November sein. Das OPL wird auch im April 2020 für die Oper „Rusalka“ im Orchestergraben sitzen. Musicalliebhaber dürfen sich indes auf „Cabaret“ freuen, das am Jahresende auf dem Programm steht.

Grenzenlose Tanzszene

„Tanz ist die Disziplin, die keine Sprache kennt. In diesem Programmteil können wir noch dazu zeigen, wie lebendig unsere luxemburgische Szene ist“, erklärte der Direktor. Rund 20 Projekte unterschiedlichster Tanzkompanien stehen in der nächsten Saison an. Den Auftakt machen im September die beiden Choreografen Guillaume Weis aus Luxemburg und Mario Astolfi aus Italien mit „Vivaldi Variations“. Die Luxemburger Choreografin Simone Mousset präsentiert im November „The Passion of Andrea 2“. Dass es im Tanz keine Grenzen gibt, stellen Annick Pütz und Thierry Raymond im Mai 2020 mit ihrem „blanContact“-Projekt „R.E.F.L.E.X.E.S“ unter Beweis, indem sie erneut Tänzer mit und ohne Behinderung zusammenbringen. Große Namen kehren ebenfalls auf die Bühne des „Grand Théâtre“ zurück, so etwa das „Nederlands Dans Theater“ oder Anne Teresa De Keersmaeker.

Mehrsprachiges Theater

Theaterproduktionen machen erneut den größten Teil des Programms aus. Auf rund 30 Stücke in französischer, deutscher, luxemburgischer, englischer und sogar portugiesischer darf man sich freuen. Die Theatersaison startet im Oktober mit Marivaux‘ „Le jeu de l’amour et du hasard“ mit unter anderem Eugénie Anselin und Sophie Mousel. Interessant werden dürfte im November das Erzählstück „Weibereien“ von Betsy Dentzer. Das Märchen „Rabonzel“ in einer luxemburgischen Adaptation von Jeff Schinker, inszeniert von Charles Müller, mit zehn luxemburgischen Schauspielern und Musik von Gast Waltzing wird im Dezember gespielt. Myriam Müller inszeniert im Februar 2020 das Stück „Ivanov“ von Anton Tschechow. Ein besonderer Fokus wird derweil auf das Thema Europa gelegt, dies im Mai nächsten Jahres, angefangen mit dem Stück „The Quest“ von Cédric Eeckhout, in dem es um die kleine und große Geschichte der EU geht. Falk Richter nimmt den heutigen Zwiespalt eines geeinten Europas in „I Am Europe“ unter die Lupe. Acht Autoren aus acht europäischen Ländern, darunter Guy Helminger, schreiben Beiträge für „Identität Europa“. Die Reihe schließt mit „Demokratie“ und Songs sowie Schlagern aus der Zeit von Willy Brandt um 1969.


Das ganze Programm können Sie
unter www.theatres.lu entdecken