LUXEMBURG
PATRICK WELTER

„Journée de l’hôtellerie“ der Horesca – Minister Delles kündigt Verwaltungsvereinfachung für Hotels an

Die Hotellerie ist der Grundstein des Tourismus, lautete die simple und absolut zutreffende Aussage von Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles gestern, als er die Teilnehmer an der „Journée de l’hôtellerie“ im Hotel Royal in der Hauptstadt begrüßte. Auf Einladung des Hotel und Gastronomieverbandes Horesca, traf sich nicht nur alles, was in der luxemburgischen Hotellerie Rang und Namen hat, sondern auch zahlreiche Schüler aus der Abschlussklasse der Hotelfachschule Alexis Heck in Diekirch folgten den Reden und Vorträgen. Horesca-Generalsekretär Koepp und auch Horesca-Präsident Rix verwiesen auf die Anwesenheit der jungen Leute, die einerseits die Zukunft der Branche sind, andererseits hautnah erfahren sollen, wie es mit der Hotellerie in Zukunft weitergeht.

Als Fachreferenten hatten die Organisatoren der Horesca den Direktor des „Luxembourg Convention Bureau“ (LCB), François Lafont, und Prof. Dr. Klemens Sibicki, Professor an der „Cologne Business School“ in Köln eingeladen. Während Lafont die Funktion und Bedeutung eines Convention Office erläuterte, sprach Sibicki über „Digitale Transformation“ im Hotelgewerbe.

Zunächst gehörte das Wort aber Tourismusminister Delles. Auch bei ihm standen zu Beginn die Hotelfachschule und ihre Schüler im Fokus, die bei zahlreichen Veranstaltungen helfen Luxemburg zu repräsentieren, bis hin zur Weltausstellung im nächsten Jahr in Dubai.

Dann fiel der eingangs erwähnte Satz von der Hotellerie als Grundstein des Tourismus. Ein attraktives Angebot beruhe zunächst einmal auf einer optimalen Analyse, setzte Delles seine Rede fort. Für das luxemburgische Hotelgewerbe zeige der Trend nach oben, nach den Zahlen von „Luxembourg for Tourism“ sei die Auslastung der Hotels im ersten Teil des Jahres 2019 um 0,8 Prozent gestiegen und die Erträge sogar um sieben Prozent. Das touristische Umfeld zeigte ebenfalls aufsteigende Zahlen, plus elf Prozent bei den Burgen, plus drei Prozent bei den Museen.

Vermehrt gegoogelt

Laut Google-Analyse haben Suchanfragen im Internet zu Reisen nach Luxemburg um 16 Prozent zugenommen, zwar unterschiedlich zu einzelnen Angebot aber immer mit deutlichem Zuwachs. Ein Plus von neun Prozent bei Fragen nach Wanderurlaub in Luxemburg und ein spektakuläres Plus von 41 Prozent bei den Netzanfragen zum Fahrradurlaub im Großherzogtum, zeigen dass Luxemburg auf der digitalen Landkarte klar zu erkennen ist. Grundlage der guten Zahlen, seien nicht die Verdienste einzelner, sondern die gute und enge Zusammenarbeit aller Akteure im Tourismussektor. Natürlich bleibe noch einiges zu tun, wie etwa der stärkere Ausbau von „Bed & Bike“ und die Organisation eines landesweiten Gepäcktransports für die Fahrradtouristen.

Bei allen Planungen dürfe man einen Grundsatz nicht vergessen, meinte Delles: „Auf jeden Fall kommt Qualität vor Quantität!“

Auch Delles sprach die - notwendige – Digitalisierung an, die kein Buch mit sieben Siegeln sei. Man – also die Hotelbetreiber – müsste sich nur damit auseinandersetzen.

Vereinfachungen bei den „Fiches d’hébergement“

Sein Ministerium will den Hoteliers selbst ein Angebot machen. Er wisse, dass die „Fiche d’hébergement“ (Meldescheine) reichlich Zeit und Arbeit verschlingen, sie aber zum Einen für die Statistik, zum Anderen für die Sicherheit wichtig seien. In Zukunft soll es einen Weg geben die Meldescheine direkt „einzuscannen“ (dixit Delles), um sie digital versenden zu können. Dies stelle eine klare und spürbare Vereinfachung für die Hotels dar.

Weintourismus – eine Idee für die Zukunft

Eine Herausforderung für die Zukunft des Hotelgewerbes bleibt der Mangel an Arbeitskräften. Eine Chance für die Förderung der Übernachtungszahlen sieht Delles im Aufbau eines luxemburgischen Weintourismus, der den Winzern und der Hotellerie zu Gute kommen würde. Im Mai 2020 wird es eine Tagung geben, um die Grundlagen dafür zu entwickeln.

Lëtzebuerger Journal
Viel Spaß beim Würfeln

Horesca stellt das „Bistrospill“ des Jahres „Calavera“ vor

Mit dem Label „Wëllkomm“ möchte die „Fédération des hôteliers, restaurateurs et cafetiers du Grand-Duché de Luxembourg“ (Horesca), ähnlich wie in der guten alten Zeit, die Gesellschaftsspiele in den Cafés wieder propagieren. Im Café „Vis-à-Vis“ im Stadtzentrum stellte die Horesca gestern Vormittag ihr „Bistrospill“ des laufenden Jahres vor: „Calavera“ – ein Würfelspiel.
Eine Jury, die sich aus Experten in Gesellschaftsspielen zusammensetzt und der ein Vertreter der Horesca und verschiedene Medienvertreter angehören, hat während der Sommermonate verschiedene Gesellschaftsspiele getestet. Sieger des Tests und somit neues „Bistrospill“ wurde das Würfelspiel „Calavera“ des Spiele-Erfinders Klaus-Jürgen Wrede (unter anderem bekannt durch das Spiel „Carcassonne“). Das „Bistrospill“ des laufenden Jahres wurde bei Moses herausgeben.

Faszinierend und leicht verständlich
Wie die Horesca-Vertreter gestern unterstrichen, handelt es sich bei „Calavera“ um „ein faszinierendes Würfelspiel“, das sich für Erwachsene und Kinder eignet. Eine Partie, die im Schnitt 20 Minuten dauert, kann zu vier Mann gespielt werden. Das Spiel, das leicht verständlich ist, entwickelt beim Spielen eine „eigene Dynamik“, wie es bei der Vorstellung weiter hieß.
Die Spielregeln, die an und für sich denkbar einfach sind, kann man im Detail auf der Internetseite www.wellkomm.lu nachlesen. Unter dieser Adresse finden Interessierte auch weitere Gesellschaftsspiele, unter anderem „Illusion“, das „Bistrospill“ des vergangenen Jahres.
Es sei daran erinnert, dass das Label „Wëllkomm“ von der Horesca in enger Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen wurde. Alle Partnercafés unterzeichnen eine Charta, mit der sie sich verpflichten, den Empfang, die Hygiene und die Qualität zu fördern.