CLAUDE KARGER

Der „Revue“-Leitartikler macht sich zurecht Sorgen über die „neue Humorlosigkeit“ angesichts der harten Strafforderung der Staatsanwaltschaft in der Affäre, die einige „Fir de Choix“-Sympathisanten gegen den AHA-Chef angestrengt haben, der dem Bildungsminister einmal einen Schredder schenkte, in den seiner Meinung nach die Post von „religiösen Fanatikern“ gehöre, die darauf beharren, dass in der öffentlichen Schule weiter „religiös indoktriniert“ werden müsse. „Provokative Ironie oder subversiver Humor sind Stilmittel, die für manche schwer nachzuvollziehen sind“, meint der Schreiber, hinzu komme, „dass immer mehr Mitmenschen verhärtete Denkweisen an den Tag legen, und nicht selten mit dem Erstatten einer Anzeige drohen, wenn sie sich auf den Schlips getreten fühlen“. Tja, locker und tolerant war gestern und die ringelnatz’sche Maxime „Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt“, haben
eh viele vergessen. Vielleicht auch, weil es in unserer schnelllebigen Zeit nicht genügend Entspannung gibt. Wie entspannt eigentlich unser viel beschäftigter Chefdiplomat im Sommer? „Er radelt quietschfidel durch Frankreich bis ans Mittelmeer“, vertraute er dem Magazin „Schöner leben in Bitburg-Prüm“ an. Humor ist, wenn man trotzdem weiter in die Pedale tritt.