LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„The Invisible Man“, der etwas andere Thriller

Im Jahr 1933 tauchte erstmals „The Invisible Man“ in den Kinos auf. Der Film von James Whale basiert auf einem Roman von H.G. Wells aus dem Jahr 1897, und Claude Rains spielte den Wissenschaftler Jack Griffin, dem es gelang, sich unsichtbar zu machen. Viele Filme, die sich mit demselben Thema befassen, folgten und das letzte Produkt vom australischen Regisseur Leigh Whannell macht sich lediglich die Grundidee zu eigen und benutzt vor allem eine suggestive Herangehensweise an die Angstgefühle, die durch die Unsichtbarkeit ausgelöst werden können.

Auf der Flucht

Cecilia (Elisabeth Moss) hat das Leben mit ihrem Mann Adrian (Oliver Jackson-Cohen) satt, weil dieser alles und alle kontrollieren muss.

Deshalb sieht sie keinen anderen Ausweg mehr als endlich einen Schlussstrich zu ziehen und fasst schließlich den Entschluss, das Weite zu suchen. Adrian ist ein Spezialist in der Herstellung optischer Instrumente. Cecilias Schwester Emily (Harriet Dyer) hilft ihr bei der Flucht. Vor Angst gelähmt, kommt Cecilia bei einem Freund unter, dem Polizisten James (Aldis Hodge), der allein mit seiner Tochter Sydney (Storm Reid) wohnt.

Es dauert eine Zeit lang, ehe sie sich vor die Tür traut. Schließlich erhält sie die Nachricht, dass Adrian Selbstmord begangen hat. Dessen Bruder Tom (Michael Dorman), ein Anwalt, teilt ihr mit, dass ihr eine hohe Summe Geld vermacht wurde. Endlich kann Cecilia wiederaufleben, bis sie durch komische Umstände das Gefühl bekommt, beobachtet zu werden. Als sie sich mit Emily in einem Restaurant trifft, wird dieser die Kehle mit einem Küchenmesser durchgeschnitten und der Verdacht fällt auf Cecilia.

Wie es scheint ist es dem vermeintlich verstorbenen Adrian gelungen, sich unsichtbar zu machen. Allerdings glauben weder ihre Freunde noch die Polizei ihr, was dazu führt, dass sie interniert wird. Doch selbst in ihrer Zelle ist sie vor Adrian nicht sicher, der sich an ihr rächen will.

Angst durch suggestiven Horror

Regisseur Leigh Whannell benutzt keine spektakuläre Tricktechnik, um die Schandtaten des Unsichtbaren darzustellen. Eine Kameraeinstellung ins Nichts, dazu die passende Musik von Benjamin Wallfisch und schon überträgt sich die Ungewissheit auf den Zuschauer, der sicherlich des Öfteren eine Gänsehaut bekommen wird. Dann erkennt man durch Fußabdrücke in einem Teppich oder den Abdruck einer Hand in der Dusche, dass sich Cecilia dies nicht alles nur einbildet, und Adrian tatsächlich hinter ihr her ist. Erst zum Schluss werden Computer-generierte Effekte benutzt.

Diese suggestive Art und Weise Angst zu schnüren, ist interessant und erzielt vor allem eine starke Wirkung beim Zuschauer. Sicher kann man sich fragen, wie der Unsichtbare sich fortbewegt und stets in Cecilias Nähe sein kann, aber im Endeffekt spielt dies eine untergeordnete Rolle, da einzig das Gänsehaut-Gefühl zählt. Somit ist „The Invisible Man“ ein gelungener Film inmitten von vielen schlechten Gruselfilmen in den letzten Jahren.