LUXEMBURG
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Adolphe-Brücke hat eine zweite Fuß- und Radfahrerbrücke als Anhängsel bekommen

Ein Luxemburger Wahrzeichen hat nun ein kleines Anhängsel bekommen: Montag führte Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch die Presse zu einer Baustelle der etwas anderen Art. Auf der Tagesordnung stand die neue Passerelle unter der Adolphe-Brücke.

Brücke unter der Brücke

Die 45 Meter hohe Adolphe-Brücke, benannt nach dem damaligen Großherzog Adolphe, zählt zu den imposantesten Bauwerken der Stadt Luxemburg und erhält nun zwischen den beiden Pfeilern eine Passerelle, die am 17. September eröffnet werden soll. Dies sagte Bausch bei der Besichtigung der „Brücke unter der Brücke“. Man wolle die Präsentation zusammen mit der Stadt Luxemburg am „Autofreien Sonntag“ im Rahmen der Mobilitätswoche 2017 machen, sagte die Schöffin der Hauptstadt, Sam Tanson.

Die Brücke wurde vom französischen Ingenieur Paul Séjourné entworfen und am 24. Juli 1903 offiziell eröffnet. In den ersten Jahren nach ihrer Eröffnung galt sie als die größte Bogenbrücke der Welt. Um die Brückenbögen gegen den Verschleiß der Zeit zu stärken, wurde die Adolphe-Brücke renoviert. Im Zusammenhang mit den Renovierungsarbeiten forderten die Radfahrer ihre eigene Spur zwischen der Oberstadt und dem Bahnhofsviertel. Und ihrer Forderung wurde nachgekommen, „innerhalb von nur drei Wochen war das Projekt durch“, sagte Bausch nicht unzufrieden, von den ersten Diskussionen über Budgetaufstellung und alle nötigen Ausschreibungen bis zur Vergabe. Im Untergeschoss der Brücke wurde ein Fahrrad- und Fußgängerweg installiert. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund sieben Millionen Euro, wie Projektleiter Marc Ries ausführte.

Erst beim genauen Hinsehen

Und diese Kosten waren schon in den über 60 Millionen Euro für die Renovierung der Brücke mit drin, da aber sehr gut gehaushaltet wurde, war diese Maßnahme noch mit möglich“, betonte Bausch. Das Besondere an der Konstruktion ist, dass „stets die Adolphe-Brücke im Vordergrund steht, die ins Auge fällt“, sagt Ries. Daher habe man auch eine ganz spezielle Beleuchtung für den rund 154 Meter langen und knapp vier Meter breiten Radweg gewählt. „Nur der Weg selbst wird am Abend und in der Nacht ausgeleuchtet, es strahlt quasi nicht darüber hinaus, sodass immer die Brücke als Wahrzeichen hin deutlich sichtbar sein wird.“ Erst beim genauen Hinsehen falle einem dann die Passerelle ins Auge. Die Konstruktion wurde aus Leichtmetall angefertigt und mit Stangen in der Fahrbahndecke der Brücke verankert. „Dabei haben wir eine maximale Auslastung von 500 Kilogramm pro Quadratmeter“, erklärt Ries. Auch wenn es zu Notfällen kommen sollte, ist eine Rettung auf dem Radweg kein Problem.