LUXEMBURG
LJ

Parlament stimmt Gesetzesprojekt einstimmig zu

Unsere Sprache sei ein Thema, das viele Menschen im Lande bewege, meinte gestern Claude Lamberty (DP), Berichterstatter des Gesetzprojekts über die Förderung der luxemburgischen Sprache im Parlament. Wie viele Redner nach ihm, hob er die jüngste TNS Ilres-Umfrage zum Gebrauch der luxemburgischen Sprache hervor.

Die Stärkung der Luxemburger Sprache, die durch das Gesetzprojekt angestrebt werde, stehe nicht im Widerspruch zur Mehrsprachigkeit des Landes, meinte er, und wies darauf hin, dass zurzeit 12.000 Menschen Luxemburgisch-Kurse besuchen.

Martine Hansen (CSV) setzte sich derweil intensiver mit dem Inhalt des Gesetzprojekts auseinander und fragte, sich auf verschiedenen Gutachten basierend, ob tatsächlich so viele Gremien nötig wären, um unsere Sprache voranzubringen. Mit dem Gesetz werden „eng Rumm geschaf, déi nach net ganz geformt ass, ma d’Bild feelt“, meinte sie.

„Ee gudden Usaz“

André Bauler (DP) wies seinerseits auf den eifrigen Gebrauch des Luxemburgischen in den sozialen Medien und bei der Kommunikation per SMS und so weiter hin. Auch meinte er „Eis Sprooch gëtt dacks entstallt“, wobei er einige bekannte Beispiele zitierte.

Unsere Sprache sei ein Teil unserer Kultur, wobei Kultur auch Tradition heiße, und Traditionen gelebt werden müssten, um erhalten zu bleiben. Doch genau wie das Luxemburgische gehöre auch die Mehrsprachigkeit zu Luxemburg.

Dies betonte ebenfalls Sylvie Asselborn (LSAP). Darauf eingehend, dass Claude Lamberty gemeint hatte, auch in der Luxemburger Abgeordnetenkammer sei nicht immer Luxemburgisch gesprochen worden, meinte sie, der erste, der dies getan habe, sei 1926 der sozialistische Abgeordnete C.M. Spoo gewesen.

Josée Lorsché (déi gréng) unterstrich die wichtige Rolle der Schule im Erlernen der Sprachen, sah ihrerseits aber Reformbedarf in diesem Bereich und plädierte für mehr internationale Schulen.

Was das Gesetz an sich angeht, so fand sie, es biete „ee gudden Usaz“, indes müsse man Überschneidungen in puncto Kompetenzen der Gremien vermeiden. Sie hob hervor, dass der Berichterstatter einen Teil seines Berichts in Luxemburgisch verfasst hatte - etwas, was es wohl auch noch nicht im Parlament gegeben habe.

Auf Kontinuität setzen

Sehr polemisch gab sich Fernand Kartheiser, der seine Partei als einzige echte Verfechterin der Luxemburger Sprache sah. In den letzten Jahren seien verschiedene Gesetze ergriffen worden, die zur Schwächung der Sprache geführt hätten. Dem vorliegenden Gesetzprojekt, stimme die adr zu, aber nur, damit man der Partei nicht unterstellen könne, sie unterstütze nicht alle Bestrebungen zur Förderung des Luxemburgischen. Ob der Ausführungen von Kartheiser meinte Marc Baum (déi Lénk) indes „mär grujelt et“.

Bei der Polemik, die zurzeit von einigen geschürt werde, gehe es nicht um das Luxemburgische, sondern eher um die deutsche Sprache, und die Angst vor dem Französischen. Das erinnere ihn an dunkle Zeiten.

Unterrichtsminister Claude Meisch ging seinerseits auf den Gesetzestext selber ein, und meinte, ein 20-Jahresplan für die Sprache sei nichts Ungewöhnliches, wie man aus dem Vorgehen anderer Länder ersehen könne. Eine Sprache brauche keine kurzfristigen Maßnahmen, diese würden nicht greifen, sondern Kontinuität. Die im Text vorgesehenen Strukturen ermöglichten es, langfristig im Interesse der Sprache zu arbeiten. Das Gesetz, sowie eine von der CSV eingebrachte Motion über die Evaluierung des Aktionsplanes, wurden einstimmig angenommen.