LUXEMBURG
MARCO MENG

Luxemburgs Genossenschaftsbank macht 2017 zehn Prozent mehr Gewinn

Wachstum in allen Segmenten, und ein Gewinn, der um zehn Prozent über dem von 2016 lag. So die vorläufigen Zahlen für das vergangene Jahr, die gestern die Banque Raiffeisen in Leudelingen präsentierte. Wie Bankchef Guy Hoffmann mitteilte, ist die Bilanzsumme der luxemburgischen Genossenschaftsbank zum Ende des Geschäftsjahres 2017 auf 7,9 Milliarden Euro gestiegen; die Einlagen von Kunden erreichten einen signifikanten Anstieg auf 6,8 Milliarden Euro, auch die Kreditvergabe stieg dank gut laufender luxemburgischer Wirtschaft um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr auf die Summe von fast sechs Milliarden Euro.

„Dieses anhaltende Wachstum der Kredite an private und auch Unternehmen spiegelt die Bereitschaft der Bank wider, eine Rolle bei der Finanzierung der lokalen Wirtschaft zu spielen“, betonte Hoffmann. Denn die Banque Raiffeisen will nicht nur ihr Private Banking ausbauen, für das die Genossenschaftsbank neue Produkte lancierte, sondern auch das Geschäft mit hiesigen kleinen und mittelständischen Unternehmen.

Trotz hoher und stetig steigender Kosten, vor allem zur Erfüllung von Regularien, sowie der historisch niedrigen Zinsen erreichte das Nettoergebnis der Banque Raiffeisen zum Ende des Jahres 2017 die Summe von 18 Millionen Euro, ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Insgesamt können wir sehr zufrieden mit dem Ergebnis sein“, sagte Hoffmann, auch wenn es nicht einfach sei, ein solches Wachstum auch 2018 zu erreichen. Anvisiert werde dieses Ziel dennoch. Die Kooperation mit der Post Luxemburg trägt nach Hoffmanns Aussagen rund 15-20 Prozent zum Raiffeisen-Wachstum bei. „Auch wenn der Trend gut ist, haben wir bei der Rentabilität noch nicht das gewünschte Niveau erreicht“, erklärt der Bankchef.

Zu den Regularien bemerkte Hoffmann, dass rund die Hälfte aller Investitionen, die die Banque Raiffeisen vornehme, einzig zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben dienten. Nicht immer sei dabei klar, ob das auch wirklich dem Kunden etwas bringe, zumal die vielen Regularien vor allem für die Global Player gedacht seien, aber auch kleine lokale Banken diese umsetzen müssten. Keineswegs sei es so, dass in Luxemburg regulatorische Umsetzung eher lax gehandhabt würde, im Gegenteil, meint Hoffmann. Offenbar wolle sich Luxemburg als Musterschüler zeigen.

Ein weiteres Handicap seien die historisch niedrigen Zinsen respektive die „Strafzinsen“ von 0,4 Prozent, die bei der Europäischen Zentralbank gezahlt werden müssen, wenn dort Geld deponiert wird. Das kostet die Banque Raiffeisen jährlich rund zwei Millionen Euro. Geld, das die Bank lieber anders investieren würde, so Hoffmann.

Stolz auf Kundenzufriedenheit

Wichtig sei vor allem, dass die Banque Raiffeisen in Luxemburg auf Platz 1 bei der Kundenzufriedenheit liege, sagte Hoffmann. Das läge am Konzept der Genossenschaftsbank, wo der Kunde in Luxemburg die Wahl hat, nur Kunde zu sein oder auch Mitglied der Bankgenossenschaft zu werden, und damit auch vom Geschäft der Bank zu profitieren: 860.000 Euro schüttete die Bank für 2017 an ihre 31.000 Mitglieder aus, die damit zum Beispiel ihre Bankgebühren neutralisieren konnten. Vor vier Jahren hatte die Bank, die versucht, den Spagat von Filialpräsenz und Digitalisierung zu meistern, nur knapp halb so viele Mitglieder. „Kundennähe muss man heute anders definieren“, so Hoffmann. So könne er genauso wenig ausschließen, dass in Zukunft die ein oder andere Filiale geschlossen oder eröffnet werde. Man könne Digitalisierung auch zum Kunden nach Hause bringen, wenn der Bankberater ihn beispielsweise mit dem Tablet dort besuche.