LUXEMBURG
INGO ZWANK

Neuauflage der Kampagne von „Sécurité routière“ und „Sources Rosport“

Die aktuellen Unfallzahlen und auch Statistiken sprechen Bände - und fordern zum Handeln auf: Bereits Ende 2014 führte TNS-Ilres eine Umfrage bei 503 in Luxemburg wohnhaften Personen zwischen 15 und 29 Jahren durch, von denen 93 Prozent im Besitz eines Führerscheins sind und von denen rund 65 Prozent nicht berufstätig sind - 49,10 Prozent waren Frauen und 50,9 Prozent Männer. Die Befragten wurden in drei Altersgruppen eingeteilt: die 15- bis 19-Jährigen, die 20- bis 24-Jährigen und die 25- bis 29-Jährigen. Hierbei antworteten 59 Prozent der Befragten auf die Frage, ob sie schon mal unter Alkoholeinfluss Auto gefahren seien, mit „Ja“ - 67 Prozent der jungen Männer und 52 Prozent der jungen Frauen.

Und: Je älter die Befragten, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich schon mal unter Alkoholeinfluss hinters Steuer gesetzt haben. In der Kategorie 18- bis 19-Jährige waren es 36 Prozent gewesen, bei den 20- bis 24-Jährigen 60 und bei den 25- bis 29-Jährigen 73 Prozent.

In 85 Prozent der Führerscheinentzüge war Alkohol der Grund

Nach Angaben der „Sécurité routière“ war im Jahr 2017 bei 85 Prozent der sofortigen Führerscheineinzüge Alkohol der Grund - also über 1,2 Promille -, in elf die Geschwindigkeit - Grund genug, um die Kampagne „Raoul“ mit neuen Leben zu erfüllen, dachte wohl auch „Sécurité routière“-Präsident Paul Hammelmann, der diesen Gedanken gestern im Rahmen einer Pressekonferenz zusammen mit dem Partner „Sources Rosport“ in Person von Direktor Max Weber präsentierte und so auch die Konvention erneuerte. Weber betonte, wie wichtig das Unternehmen diese Kampagne ansieht, „ist es doch bereits die fünfte Verlängerung der Partnerschaft.“

Es sei ein durchaus einfaches System mit „Raoul“, was aber „sehr effektiv“ sei. „Wenn man dieses System bereits in jungen Jahren kennenlernt, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr hoch, dass man dies auch im fortgesetzten Alter weiter umsetzt.“ So ist sich Weber sicher, dass man dann auch nach 15 Jahren diese Partnerschaft weiterführen werde.

Verwickelt in Unfälle mit Schwerverletzten und Todesfolge sind, nach Ausführungen der „Sécurité routière“, vor allem Fahrer im Alter zwischen 25 bis 34 Jahren. Bereits 1995 wurden die ersten Kampagnen der „Sécurité routière“ diesbezüglich ins Leben gerufen, „vor allem, um das Thema bei den 16- bis 25-Jährigen verstärkt in Erinnerung zu rufen.“ Seit dieser Zeit habe sich die Einstellung in dieser Zielgruppe aber durchaus etwas geändert, sagt Hammelmann.

Nicht zuletzt im Hinblick auf die Absenkung der erlaubten Alkoholgrenze auf 0,5 Promille. „Es ist nun wirklich nicht schwer, „sich an den Abenden einen ‚Raoul‘ auszusuchen.“ Hammelmann erhofft sich auch auf der politischen Bühne, dass die Alkoholkontrollen durch die Polizei etwas unkomplizierter durchgeführt werden können. „Wir sind der Meinung, dass man viel mehr Alkoholkontrollen, auch ohne größere Logistik, durchführen könnte“ - ohne, dass man ein ganzes Dorf blockieren muss.

Ferner sind 130 Alkoholtester bereits im Großherzogtum in verschiedenen Bars oder Lokalitäten wie „Rockhal“ oder „Atelier“ aufgestellt worden, damit man selbst nach etwas Alkoholkonsum testen kann, ob man sich noch im legalen Rahmen bewegt oder nicht. „Hierbei handelt es sich um die offiziellen Geräte, die auch die Polizei verwendet“, ergänzte Isabelle Medinger, Direktorin der „Sécurité routière“, auch wenn es ohne juristische Verwertung sei. „Wir wollen die Geschichte einfach präsent halten.“

www.securite-routiere.lu