LUXEMBURG
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Berufungs-Prozess „Turnup Tun“ auf den 26. Februar 2020 vertagt

Luxemburg Der Prozess gegen den Rapper Tun Tonnar wird erst am 26. Februar 2020 neu aufgerollt. Die Richter der „Cour d’appel“ ließen am Freitag eine Berufung zu.

Nur der Anwalt von Tun Tonnar war nicht anwesend. Dafür gab es einen Grund: Me Philippe Penning verteidigte am Freitagmorgen im Prozess der „Mühlenbacher Geiselnahme“ einen der Angeklagten.

Die drei Zivilparteien, die ursprünglich geklagt hatten, hatten gegen den Freispruch am 8. Mai 2019 Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft schließt sich der Berufung an und geht damit ebenfalls gegen das Urteil vor. Bei den drei Parteien handelt sich um Joe Thein, Parteipräsident von „Déi Konservativ“, Fred Keup, ehemaliger ADR-Kandidat bei den Parlamentswahlen, sowie Dan S., der selbst bereits mehrmals wegen fremdenfeindlicher Aussagen verurteilt worden ist.

Fred Keup und Joe Thein hatten einen Schadenersatz von jeweils 5.000 Euro von Tonnar gefordert. Der dritte Nebenkläger Dan S., wollte, dass Tonnar sich bei ihm persönlich entschuldigt. Zu den 10.000 Euro Schadenersatz, die er von Tonnar forderte, sollte auch das Lied gelöscht werden. Die drei Männer hatten Klage gegen den Rapper Tun Tonnar, auch bekannt als „Turnup Tun“, eingereicht, da sie sich durch einzelne Textpassagen in dem Lied „FCK LXB“ beleidigt fühlten. Die Staatsanwaltschaft warf Tonnar vor, zwischen Oktober 2018 und Februar 2019 die drei Kläger diffamiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft meinte, niemand habe das Recht, eine bestimmte Person zu diskriminieren. Auch wenn das Lied unter Satire falle, würden die Definitionen im Lied die Person verletzen. Die Staatsanwaltschaft hatte beantragt, Tonnar laut Art. 448 des Strafgesetzbuches zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro zu verurteilen. Am 8. Mai 2019 wurde der Musiker, Sänger und Autor Tun Tonnar in erster Instanz freigesprochen.Pierre Welter, freier Journalist