LUXEMBURG
BEN SCHEUER

Echternach, Mertert-Wasserbillig, Grevenmacher und Schengen sind einige der Gemeinden, die besonders unter Nilgänsen leiden, die sich dort an den Gewässern breitgemacht haben, einheimische Vogelarten vertreiben und überall ihren Kot hinterlassen. Von einer regelrechten Plage geht die Rede. Leicht und schnell scheint sich das Problem nicht lösen zu lassen, doch es besteht dringender Handlungsbedarf. Warum, erklärt Ben Scheuer, Schöffe der Gemeinde Echternach. 

„Seit Jahren arbeitet die Gemeinde Echternach an dem Projekt, einen großen Badeteich im Echternacher See anzulegen. Dazu muss bewiesen werden, dass der See Badewasserqualität hat. Die Proben, die in regelmäßigen Abständen und an verschiedenen Plätzen entnommen werden, zeigen aber an einer gewissen Stelle, und zwar an den Sammelplätzen der Nilgänse, eine ekelerregende Verschmutzung durch die Fäkalien der Tiere. Die Nilgänse gefährden also ein Projekt, auf dessen Umsetzung die ganze Region wartet, und sie besetzen neuerdings auch die Sportfelder des Fußballvereins.

Die Gemeinde hat sich bemüht, direkt beim See ein Restaurant mit einer großen Terrasse  einzurichten. Auch dieser Platz ist zum Tummelplatz der Nilgänse geworden. Pächter und Gemeinde sind dauernd dabei, die ekligen, glitschigen Fäkalien wegzuräumen und für kurze Zeit annehmbare hygienische Verhältnisse zu schaffen. Auch Zäune helfen dabei kaum.

Die Nilgänse, es sind deren hier mehr als hundert, gefährden die öffentliche Hygiene. Das muss man einfach klar sagen.

Der See ist sicherlich eines der meistbesuchten Naherholungsgebiete der Region, und die Gemeinde investiert massiv, um die Natur, die Spielanlagen und den Vitalweg im Erholungszentrum auf Top-Niveau zu halten. Der Schmutz, den die Nilgänse verursachen, passt nicht ins Bild.

Hinzu kommt, dass der Echternacher See ein Paradies für einheimische Entenarten und andere Wasservögel war. Die Nilgänse haben sie vertrieben. Die Artenvielfalt ist hin!

Der Gemeinde wurde mitgeteilt, dass die Umweltverwaltung an eine Sterilisierung der Gänseeier denkt. Wann soll dies geschehen? Wie soll es geschehen? Wie schnell wird damit dem Problem ,Nilgänseplage‘ entgegengewirkt? Die Gemeinde braucht konkrete, rasche  und effiziente Maßnahmen.
Die Umweltverwaltung pocht bei allen Projekten im Erholungszentrum auf  ein Vetorecht, und nutzt es zum Beispiel aus, um die Eingliederung von touristischen und sportlichen Zonen in den allgemeinen Bebauungsplan der Stadt Echternach zu untersagen. Natur pur soll herrschen! Dazu gehören aber nicht die Echternacher Nilgänse! Und da sehen wir ganz klar das Umweltministerium in der Handlungspflicht.“