PASCAL STEINWACHS

Wir wissen nicht, von welcher Tarantel der EU-Kommissionschef da beim Treffen seiner Blutsbrüder und -schwestern von der EVP gestochen wurde, aber auf jeden Fall scheint der Biss derart heftig gewesen zu sein, dass Juncker - ein Magenbitter hätte hier wohl geholfen - derart außer Rand und Band war, dass er mit Rücktritt drohte, sollte sein blitzartig von ihm zum Generalsekretär der EU-Kommission beförderte Ex-Kabinettchef Martin Selmayr (in Brüssel auch noch „Junckers Monster“ oder „Rasputin“ genannt) gehen müssen: „Wenn er geht, gehe ich auch“, wird er vom Internet-„Spiegel“ zitiert, womit er für einen „beispiellosen Eklat“ gesorgt haben soll: „Merkel und Co. blieben einigermaßen baff zurück“. EU-Haushaltskommissar Oettinger, der selbst dabei war, soll seine EVP-Kollegen indes beschworen haben, nicht auf Selmayrs Rücktritt hinzuarbeiten: „Das könnt ihr nicht machen. Ohne Selmayr ist Juncker hilflos.“ Laut „spiegel.de“ gebe es nämlich immer wieder Berichte, dass Selmayr der „eigentliche Manager der EU-Kommission“ sei, „und nicht Behördenchef Juncker“. Gut möglich also, dass Juncker auf dem heutigen CSV-Konvent in Ettelbrück doch noch zum Spitzenkandidaten für die Kammerwahlen gekürt wird...