LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Remake des Klassikers „Die sieben Samurai“

Der japanische Regisseur Akira Kurosawa drehte 1954 den Filmklassiker „Shichinin no samurai“ (Die sieben Samurai). Sechs Jahre später folgte die Westernadaption von John Sturges „The Magnificent Seven“, mit unter anderem Yul Brynner, Steve McQueen und Charles Bronson. Der durch Actionfilme wie „Training Day“, „King Arthur“, „Olympus Has Fallen“ und „Southpaw“ bekannt gewordene amerikanische Regisseur Antoine Fuqua wagte sich jetzt an ein Remake von, laut Vorspann, Kurosawas Klassiker heran, obwohl es sich klar und deutlich um eine Neuauflage des Westerns handelt.

Ungleicher Kampf

Im Goldgräberstädtchen Rose Creek herrscht der fiese Bartholomew Bogue (Peter Sarsgaard) mit brutaler Hand über die Einwohner und die Goldminen. Als er den Bewohnern mit Waffengewalt den Verkauf ihres Landes aufzwingt, dabei die Kirche abfackelt sowie einige Menschen abknallt, wie den Mann von Emma Cullen (Hayley Bennett), reicht es der Bevölkerung. Die Leute wissen, dass sie ohne Gegenwehr alles verlieren werden. Emma und Teddy (Luke Grimes) suchen Hilfe, die sie erst einmal in der Person von Sam Chisolm (Denzel Washington) finden, der Bogue auch nicht mag. Mit Chisolms Hilfe werden Josh Farraday (Chris Pratt), Vasquez (Manuel Garcia-Rulfo), Goodnight Robicheaux (Ethan Hawke), Billy Rocks (Byung-Hun Lee), Jack Horne (Vincent D’Onofrio) und der Indianer Red Harvest (Martin Sensmeier) rekrutiert. Die glorreichen Sieben bringen alsdann die Schergen von Bogue in der Stadt um die Ecke, ehe sie der Bevölkerung das Schießen beibringen, da sie allein kaum gegen Bogues anstürmenden Schießgesellen ankommen werden.

Alles, was ein Western braucht

Ein Eins-zu-eins-Remake ist Fuquas Film absolut nicht. Er hat sich zwar an Sturges‘ Kamerafahrten inspiriert und einige nachgestellt, aber ansonsten gibt es keine konkreten Copy & Pastes zu vermelden. Humor wird groß geschrieben und einige Szenen und Dialoge strotzen nur so vor witzigen Einfällen. Wenn es aber zur Sache geht, sprich die Colts und Gewehre rauchen, dann ändert der Ton schlagartig und Spannung ist Trumpf. Die sieben Gesellen haben alle ihre Eigenarten, die sie interessant machen.

Washington als Chisolm ist sicher die berechenbarste Figur, während bei Robicheaux Zweifel über seinem Können schweben. Rocks ist ein Meister im Messerkampf, Horne ein uriger Draufgänger, Harvest ein sicherer Bogenschütze, Vasquez und Farraday treffsichere Revolverhelden. Und Peter Sarsgaard spielt ganz überzeugend einen wirklichen Bösewicht mit allen üblen Facetten, die solch eine Rolle abverlangt. Die Musik von Oscarpreisträger James Horner („Titanic“) kann ebenfalls gefallen. Es ist Horners letzte Komposition, die nach seinem Tod in einem Flugzeugcrash im Juni letzten Jahres von Simon Franglen vervollständigt wurde. Zum Schluss ertönt auch kurz Elmer Bernsteins legendäres Thema aus dem Film von 1960. Somit hat dieses Remake alles, was ein Western braucht, und ist den Weg ins Kino unbedingt wert.