LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Private Investoren laden zur Konferenz und stellen vor, was sie machen - um mit Vorurteilen aufzuräumen

Bislang führte sie ein Dasein im Schatten von Banken und Fonds: Private Equity. Dabei geht es um privates Kapital, das in Unternehmen investiert wird, die nicht an der Börse notiert sind. Das können Startups sein, aber auch Industrieunternehmen.

Jérôme Wittamer und Rajaa Mekouar-Schneider wollen das ändern. Die beiden sind aktiv in der „Luxembourg Private Equity Association“ (LPEA); Wittamer als Präsident und Mekouar-Schneider als Gastgeberin der großen Konferenz. Die soll Fachleute aus Banken und der Privatwirtschaft zusammenbringen. Gestern stellte sie die wichtigsten Punkte des Branchentreffs vor, der nach 2017 zum zweiten Mal stattfindet.

Konferenz in der Philharmonie

„LPEA Insights - Building the Real Economy“ heißt der Termin, zu dem in diesem Jahr am kommenden Mittwochnachmittag (25.4.) noch mehr als die 300 Teilnehmer des vergangenen Jahres in der Philharmonie erwartet werden. Den Titel erklärt Wittamer so: „Wir wollen ganz konkret zeigen, was Beteiligungen und Wagniskapital bringen.“ Deshalb sprechen Polina Montano, Gründerin von „Job Today“, ebenso wie Patrick Hansen, CEO der Luxaviation-Gruppe und Mekouar-Schneider selbst als Vertreterin von Kharis Capital. Sie wird über die Investitionen in das Kapital von Quick und Burger King in Luxemburg und Belgien reden. „Allein am Bahnhof haben wir 50 Arbeitsplätze geschaffen.“

Darüber hinaus gibt es verschiedene Panels mit 16 Sprechern. Die Konferenz versteht sich nicht nur als Werbung, sondern soll auch zeigen, dass die privaten Geldgeber aus ihrem Dorf heraus sind. „Ich war zuvor 15 Jahre in London und dachte, hier wäre nichts. Aber es ist ganz anders“, betont Mekouar-Schneider. Wittamer, der Expon Capital leitet, ist ihrer Meinung: „In Luxemburg ändert sich etwas, wir werden vom technischen Motor zum schlagkräftigen, reellen Investor. Das ist ein sehr positiver Wechsel.“

Der Titel der Konferenz ist auch eine Absage an alle, die private Investoren für Heuschrecken und Ausbeuter halten. „Banken haben die kleinen und mittleren Unternehmen in der Krise fallen lassen“, versichert Wittamer. „Da waren viele froh, dass wir da waren.“ Laut seinen Worten ist Investor kein Beruf, sondern vor allem eine Berufung. Und den will er entmystifizieren. Auf der Konferenz soll viel Platz für Networking sein. Da sich rund 20 Prozent mehr Teilnehmer als im vergangenen Jahr angemeldet haben, wird die Konferenz im großen Saal stattfinden.

Private Equity für Kleininvestoren

Mittlerweile sind auch Menschen mit weniger Geld an solchen Anlagen interessiert, weshalb es spezielle Fonds gibt. Immerhin sind 90 Prozent der Private Equity-Fonds in Luxemburg domiziliert. „Unter 120.000 Euro ist es nicht möglich, in einen Private-Equity-Fonds einzusteigen“, meint Mekouar-Schneider. „Wir raten Familien, nicht mehr als 15 Prozent ihres flüssigen Kapitals zu investieren. Darüber hinaus sollte man nicht sofort Resultate erwarten.“ Beide Investoren wissen, dass in Luxemburg eine Investition in Immobilien bislang beliebter ist als eine in Unternehmen.


Die Konferenz findet am 25.4.
von 13.00 bis 18.00 in der Philharmonie statt. Anmeldung und Programm
unter www.lpeaginsights.lu