CLAUDE KARGER

Hatte das „Wort“ die diese Woche bestätigte neue Führungsriege der Polizei mal als „Rebellen in Uniform“ bezeichnet, befasste sich das „Land“ gestern mit ihrem politischen Chef. „Etienne Schneider, Manuel Valls, Matteo Renzi, Pedro Sanchez sind sozialliberale Wunderknaben wie aus einem Guss“, heißt es da. Die Genossen würden sich „in der Rolle der Rebellen gegen die verstaubte Parteipolitik“ gefallen. Indizien? Hatte nicht „Rolly Royce“-Fahrer Etienne Schneider allen Quereinsteigern und Senkrechtstartern vor dem Wahlkampf aus dem Herzen gesprochen, als er meinte, es sei niemandem mehr zuzumuten „30 Jahre lang Dorffeste zu besuchen und Bratwurst zu essen, um einmal ins Parlament gewählt zu werden“? Na, der kesse Sprücheklopfer könnte aber auch rapide entzaubert werden. „Wenn die Regierung in einem Monat ihre Steuererhöhungen und Leistungskürzungen vorgestellt haben wird, könnte sich auch in der LSAP und im OGBL Ernüchterung über Etienne Schneider als Heilsbringer der Linken bemerkbar machen“, meint das Wochenblatt. Pah. Der größte aller Kameraden hat jedenfalls die Ruhe weg: „Bisher habe ich nicht gemerkt, dass uns Mitglieder fortlaufen“, sagte Claude Haagen dem „Land“. Wenn dem so wäre, dann würde er sich ernsthaft Sorgen machen. Zum Glück kommt an ihm aber so schnell keiner vorbei.