LUXEMBURGCHRISTIAN SPIELMANN

Der Film „Woman in Gold“ basiert auf einer wahren Geschichte

Maria Altmann (1916 - 2011), geborene Bloch-Bauer, flüchtete mit ihrem Mann Fritz nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland aus ihrer Geburtsstadt Wien.

1942 erreichten sie Amerika. Der österreichische Maler Gustav Klimt malte Altmanns Tante Adele 1907, im Auftrag deren Mannes, dem Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch-Bauer. Das Porträt „Adele Bloch-Bauer I“, auch noch „Goldene Adele“ genannt, wurde von den Nazis beschlagnahmt, landete im Besitz der Österreichischen Galerie und wurde 1941 im Schloss Belvedere ausgestellt.

Als 1998 Österreich ein Gesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen erließ, informierte der Journalist Hubertus Czernin die Nachfolger und Erben von Ferdinand Bloch-Bauer über die Möglichkeit, endlich ihren Besitz zurückerstattet zu bekommen. Maria Altmann bekam 2006 mit Hilfe des Anwalts Eric Randol Schoenberg ihr Eigentum zurück. Für 300 Millionen Dollar wurden die Werke verkauft, das Porträt ihrer Tante ist jetzt in der Neuen Galerie New York zu sehen. Regisseur Simon Curtis hat diesen Rechtsstreit unter dem Titel „Woman in Gold“ verfilmt.

Zurück in die Vergangenheit

1998: Nach dem Tod ihrer Schwester stößt Maria Altmann (Helen Mirren) auf Briefe, die von Gustav Klimts Bild handeln. Sie zieht den jungen Anwalt Randy Schoenberg (Ryan Reynolds) zu Rate, der Enkel des österreichischen Komponisten Arnold Schönberg. In Wien wird eine Konferenz über die Rückgabe stattfinden, doch Maria weigert sich, zurück in die Stadt zu fahren, wo ihre Familie von den Nazis ermordet wurde. Schließlich sitzt sie doch im Flugzeug und wird in Wien permanent von Erinnerungen eingeholt.

In Rückblenden erfährt man, was der jungen Maria (Tatiana Maslany), ihrem Mann Fritz (Max Irons, der Sohn von Jeremy), ihren Eltern Gustav (Allan Corduner) und Therese (Nina Kunzendorf) sowie ihrer Tante Adele (Antje Traue) zugestoßen ist.

Die österreichische Behörde, der Dreimann (Justus von Dohnányi), Elisabeth Gehrer (Olivia Silhavy) und Rudolph Wran (Ludger Pistor) angehören, hat nicht vor, die Gemälde herauszugeben. Unter Mithilfe von Hubertus Czernin (Daniel Brühl) beginnt ein langer Rechtsstreit.

Eine interessante Geschichte

Die Geschichte der „Frau in Gold“ ist äußerst interessant und recht clever inszeniert. Mit den Rückblenden zeichnet der Regisseur das Bild einer düsteren Vergangenheit, in der Respekt vor den Menschen nicht zählte, wenn sie nicht arischen Ursprungs waren, in diesem Fall Juden. Genauso wenig wurde deren Besitz geachtet. Die Bilder sprechen für sich, und einige bewegende Szenen, unter anderem die Schlusssequenz, unterstreichen die heikle Situation zwischen Juden und den deutschen Besatzern. Vielleicht hat der Regisseur zu dick bei der Charakterisierung der österreichischen Beamten aufgetragen, die in ihrem Auftreten an die früheren Besatzer erinnern.

Mirren und Reynolds harmonieren recht gut, und dieser ungleichen Beziehung entspringt sogar etwas Humor. Moritz Bleibtreu spielt den Maler Klimt, aber sein Auftritt ist ultrakurz. Der sehenswerte Film ist zweisprachig gedreht: Die Rückblenden sind alle in Deutsch, währen der Rest fast ausschließlich in Englisch ist.