MADRID/ROM/BERLIN/WIEN
DPA

Europa auf dem Weg in Richtung Normalität

Endlich raus: Was den von der Corona-Pandemie besonders hart getroffenen Spaniern schon seit dem Wochenende vergönnt ist, gilt vom heutigen Montag an auch für die rund 60 Millionen Italiener. Die seit fast zwei Monaten geltenden strikten Ausgangssperren werden in Italien gelockert. Doch auch viele andere Staaten in Europa nehmen zu Wochenbeginn einige der teils drastischen Beschränkungen des Alltagslebens zurück, die im Kampf gegen die Lungenkrankheit ergriffen wurden. Teils machen - wie in Deutschland - die Friseure wieder auf und vielerorts beginnt auch schon wieder der „normale“ Schulalltag. Die vielen der strikten Vorsichtsmaßregeln haben Bestand. Von Normalität sind wir also noch sehr weit entfernt.


Deutschland
Vielerorts dürfen Kinder zu Wochenbeginn wieder auf Spielplätze, auch Museen und Zoos öffnen wieder. Friseure dürfen wieder Kunden bedienen. Hunderttausende Kinder und Jugendliche in Deutschland gehen an diesem Montag erstmals seit Wochen wieder in die Schule.


Österreich
Für rund 100.000 Schüler der Abschlussklassen beginnt in der Alpenrepublik wieder der reguläre Unterricht. Nach dem Stufenplan der Regierung sind danach Mitte Mai die Grundschulen und Unterstufen dran; alle anderen folgen Anfang Juni. Von Montag an sind auch wieder Besuche in Alten- und Pflegeheimen eingeschränkt möglich. Im Land sind inzwischen alle Geschäfte und fast alle Dienstleister wieder geöffnet. Am 15. Mai folgen die Restaurants, Ende Mai Hotels.


Spanien
Die erste Lockerung der Ausgangssperre für Freizeitaktivitäten nach 48 Tagen hat überall im Corona-Hotspot Spanien für Partystimmung und volle Straßen gesorgt. Noch bis kurz vor Mitternacht strömten die Menschen am Samstag zahlreich und ausgelassen ins Freie. Erstmals seit Mitte März durften die knapp 47 Millionen Bürger aus dem Haus, um spazieren zu gehen oder Sport zu treiben.


Italien
Ab heute dürfen rund 60 Millionen Menschen erstmals wieder zum Sport oder Spaziergang nach draußen. Industrie und Bauwirtschaft fahren ihre Produktion wieder hoch. Allerdings dürfen die meisten Geschäfte immer noch nicht öffnen. Restaurants und Bars dürfen nur einen Liefer- oder Take-Away-Service anbieten und bleiben bis Juni für Besuche geschlossen. Die Regierung in Rom hatte die Menschen im ganzen Land am 10. März unter Quarantäne gestellt.


Belgien
Heute soll die erste Phase der Lockerung der Auflagen beginnen. So sollen wieder mehr Busse und Bahnen fahren, dabei gilt eine Masken-Pflicht für Personen ab zwölf Jahren. Öffnen dürfen Unternehmen, die als Kunden andere Firmen haben, aber keine Privatpersonen bedienen. Auch Stoff- und Kurzwarenläden dürfen aufmachen. Andere Geschäfte jenseits des Lebensmittelhandels sollen noch eine Woche zu bleiben. Sport ist unter Einhaltung der Distanzregeln wieder mit zwei Personen erlaubt, die nicht im eigenen Haushalt wohnen. Das Arbeiten zu Hause soll aber die Regel bleiben und die Menschen sollen ihr Haus nur in wenigen Ausnahmen verlassen - etwa zum Einkaufen, für den Weg zur Arbeit oder zum Arzt. Die nächsten Etappen der Lockerung sind für 11. und 18. Mai vorgesehen. Erst in Phase drei ist die schrittweise Schulöffnung anvisiert.


Ungarn
Fast überall im Land dürfen sich Menschen bei Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern wieder frei bewegen. Geschäfte können uneingeschränkt öffnen, Gaststätten wieder aufmachen, wenn sie draußen bedienen. Auch Strandbäder dürfen aufsperren. Dies gilt nicht für Budapest und Umgebung, wo die bisherigen Ausgangsbeschränkungen in Kraft bleiben. Im ganzen Land besteht Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Im ganzen Land können wieder Sportwettbewerbe ohne Publikum stattfinden.


Polen
Das Land lockert mehrere Auflagen. Hotels, Einkaufszentren und Sportplätze unter freiem Himmel sollen wieder öffnen. Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Mitgliedstaaten bleiben bis zum 13. Mai bestehen - solange ist das Land auch für Ausländer geschlossen.


GriecheNland
Masken sind ab heute in öffentlichen Verkehrsmitteln, Aufzügen und Krankenhäusern sowie Ärztepraxen Pflicht. Wer sich nicht daran hält, muss 150 Euro Strafe zahlen. Zudem dürfen Friseursalons, Elektrogeschäfte und Buchhandlungen wieder aufmachen. Die Bürger werden von Montag an ohne Einschränkungen aus dem Haus gehen können.