LUXEMBURG
NIC. DICKEN

Fondsindustrie beschäftigt sich auf der ALFI-Herbstkonferenz mit neuen Herausforderungen

Einmal mehr konnte die luxemburgische Fondsvereinigung ALFI (Association Luxembourgeoise des Fonds d‘Investissement) zu ihrer diesjährigen Herbstkonferenz, die sie seit Jahren gemeinsam mit der amerikanischen NICSA (National Investment Company Service Association) und der Hong Kong Investment Funds Authority (HKIFA) organisiert, weit über 600 Teilnehmer aus unterschiedlichen Weltregionen begrüßen. Für die einen ist Luxemburg seit langem schon ein Treffpunkt, wo den Akteuren der Fondsbranche zweimal im Jahr die Gelegenheit geboten wird, sich untereinander über gemeinsame Problemstallungen und neue Trends auszutauschen, für die anderen ist Luxemburg der ideale Platz, um den Herzschlag der europäischen Fondsindustrie zu fühlen, die mittlerweile auch weltweit für große und kleine Anleger an Bedeutung gewonnen hat.

Austausch und Diversifizierung

Traditionell stehen bei der Herbsttagung der ALFI Themen im Zusammenhang mit der grenzüberschreitenden Vermarktung von Fondsprodukten im Mittelpunkt, wobei diesmal, aufgrund der aktuellen Debatten, die bezüglich Regulierung der Geldmarktfonds bzw. der Aktivitäten von so genannten Schattenbanken auf beiden Seiten des Atlantik geführt werden, auch die verschiedenen Standpunkte der nationalen und supranationalen Regulierer ein wichtiger Diskussionspunkt waren, wie uns gegenüber ALFI-Generaldirektor Camille Thommes betonte. Darüber hinaus galt es auch, erste Erfahrungen mit den seit Juli dieses Jahres wirksamen neuen AIFMD-Bestimmungen auszutauschen, so dass an aktuellen Gesprächspunkten kein Mangel herrschte.

Was die Vermarktung von Fondsprodukten angeht, so bleibt für die in Luxemburg ansässigen Akteure der asiatische Markt von großer Bedeutung, während diesmal auch Konferenzteilnehmer aus Brasilien unter Beweis stellten, dass auch in anderen Regionen noch Potenzial besteht und sich Möglichkeiten zur Zusammenarbeit anbieten. Gerade in Brasilien hat sich das reglementarische Umfeld verändert, das vor allem auch den dortigen Akteuren neue Möglichkeiten außerhalb des Landes bietet. Nicht von ungefähr werden mittlerweile von Luxemburg aus auch brasilianische Fonds weltweit vermarktet, was für den Platz eine zusätzliche Diversifizierung bedeutet. Ihre weltweiten Road-Shows will die ALFI deshalb auch im Winter und darüber hinaus fortsetzen.

Aufpassen bei Geldmarktfonds

Bei den neuen Regulierungsvorschlägen der EU-Kommission für die Geldmarktfonds, die bislang ohnehin schon größtenteils UCITS-Statut hatten, stört vor allem der Wunsch nach Schaffung eines Kapitalpuffers in Höhe von 3%, der die Attraktivität dieser Produkte, vor allem angesichts der aktuellen Niedrigzinssituation, erheblich einschränken würde, so Camille Thommes, der diese Produkte andererseits als wichtige und nützliche Instrumente einer Steuerung und Risikostreuung für die Unternehmensliquidität sieht. Es komme vor allem darauf an, durch stärkere Transparenz das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen und zu schärfen, weniger wünschenswert sei es, wenn diese Instrumente durch übertrieben strenge Vorschriften eingeengt und als notwendige kurzfristige Finanzierungsinstrumente für den Markt und die Anleger unmöglich gemacht würden.