LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Sandra Bullock statt George Clooney in der neuen Gangsterkomödie „Ocean’s 8“

In „Ocean’s 8“ gibt Sandra Bullock statt George Clooney den Ton an. An ihrer Seite: ein reines Frauenteam. Danny Ocean (Clooney) hat es nur als Inschrift auf einem Marmorgrabstein in die neue Gangsterkomödie unter der Regie von Gary Ross geschafft, die demnach keine Fortsetzung der erfolgreichen Trilogie von Steven Soderbergh aus den Jahren 2001 bis 2007 ist. Die eine oder andere Anspielung - besonders die erste Szene ist eine Hommage an die Ocean-Filme mit Clooney, Brad Pitt und Matt Damon - wird Fans natürlich nicht entgehen.

Bunte Crew

In „Ocean’s 8“ führt derweil Debbie Ocean (Bullock), die Schwester von Danny, die nicht weniger starbesetzte Gaunertruppe an. Fünf Jahre, acht Monate und zwölf Tage saß sie hinter Gittern und will nun „ein ganz normales Leben führen“. Davon überzeugt sie jedenfalls den Bewährungsausschuss. In Wirklichkeit hat sie natürlich andere Pläne: Diamanten bei der Met-Gala, dem jährlichen Glamour-Event im New Yorker Metropolitan Museum, rauben. Mit ihrer alten Komplizin Lou (Cate Blanchett) trommelt sie eine bunte Crew zusammen: die Hackerin Nine Ball (Sängerin Rihanna), Modeschöpferin Rose (Helena Bonham Carter), eine Juwelierin (Mindy Kaling), eine fingerfertige Taschendiebin (Rapperin Awkwafina) und eine Hehlerin (Sarah Paulson). Das Objekt der Begierde trägt Hollywood-Star Daphne Kluger (Anne Hathaway) am Gala-Abend um den Hals: eine Diamantenkette von Cartier im Wert von 150 Millionen Dollar, die von einem mehrköpfigen Security-Team streng bewacht wird. Debbie jedoch hatte während ihrer Haft genug Zeit bis ins kleinste Detail einen hieb- und stichfesten Plan auszuklügeln.

Während in Gastrollen Kim Kardashian, Katie Holmes, Serena Williams, Vogue-Chefin Anna Wintour und Heidi Klum über den roten Teppich laufen, wechselt das Collier dank cleverer Tricks hinter den Kulissen den Besitzer. Es dauert etwas, bis das Geschehen auf der Leinwand in Fahrt kommt, schließlich muss viel erklärt und noch mehr im Vorfeld organisiert werden. Dadurch entstehen anfangs einige Längen, die gleichwohl mit ein paar witzigen Einlagen überbrückt werden. Erst als der Plot langsam auf den Showdown zusteuert, kommt Tempo ins Spiel, und damit auch etwas Spannung, davon aber leider doch etwas zu wenig. Wirklich überraschende Momente bleiben aus, vieles ist letztlich vorhersehbar und der Plan läuft noch dazu etwas zu reibungslos ab.

Unterhaltungswert stimmt

Bullock wirkt in ihrem Spiel stellenweise etwas hölzern, ihre Mimik zu starr - zu viel Make-Up oder Botox -, Blanchett schlägt sich unterdessen gut, und im Duo mit ihr macht auch Bullock eine bessere Figur. Hathaway schafft es derweil ihre Rolle als eitle Schauspielerin überzeugend zu spielen. Wenngleich der Unterhaltungswert bei „Ocean’s 8“ unterm Strich stimmt und einem die geballte Ladung Frauenpower durchaus gefallen kann, waren die Clooney-Filme doch irgendwie etwas cooler.