LUXEMBURG
KIM GREIS

„Pokémon Schwert und Schild“ wagt den Sprung auf den großen Bildschirm

Die Erfolgsgeschichte namens Pokémon geht weiter - die wohl bekannteste Franchise betritt auf der Nintendo Switch erstmals die große Bühne der Heimkonsolen. „Mit Pokémon Schild und Schwert“ sind die achten Spiele der Hauptreihe erschienen. Pokémon hat einen langen Weg hinter sich und obwohl es immer mal wieder Kritik an der Reihe gab, hat sie letztlich ihren Charme doch nie verloren und ist stets ein Kassenschlager gewesen. Wir haben „Pokémon Schild“ angespielt und verraten nun, ob es den großen Erwartungen gerecht wird.

An der Grundformel wurde nicht viel verändert: Man spielt einen Jugendlichen, der in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist. Gemeinsam mit seinem Freund Hop wartet man darauf, dass man von dessen Bruder, der nebenbei noch Champion ist, endlich ein Pokémon bekommt. Anschließend setzt man sich zum Ziel, möglichst viele Pokémon zu fangen und die Arenaleiter mitsamt dem Champion zu besiegen. In der Region Galar, die auf Großbritannien basiert, dreht sich alles um das Dynamax-Phänomen, das Pokémon sich in bestimmten Situationen um ein Vielfaches vergrößern lässt. Die Legende um das Phänomen schlängelt sich wie ein roter Faden durch die Story und kommt am Ende zu ihrem Höhepunkt.

Weitreichende Neuerungen

Die Grafik wurde mächtig aufgemotzt und die Steuerung verfeinert. Ähnlich wie in „Pokémon Let’s Go“ streunen wilde Pokémon von Weitem sichtbar im hohen Gras rum. Außerdem gibt es die sogenannte Naturzone, die ein riesiges Gebiet umfasst und fast von Anfang an begehbar ist. Man kann sich also gleich zu Beginn ein vielfältiges Team zusammenstellen. Außerdem kann man hier in Gruppen gegen Dynamax-Pokémon antreten, um gute Items abzusahnen und Verstärkung für das eigene Team zu besorgen. Arenakämpfe sind nun mit einer Aufgabe verbunden, die man lösen muss, bevor man gegen den Arenaleiter antreten kann.

Die Landschaften sind eine wahre Augenweide und bieten einen bislang noch nicht da gewesenen Raum zum Erkunden. Gebäude erinnern an das viktorianische Zeitalter, riesige Steine an Stonehenge, die Arenen an Fußballstadien und nicht zuletzt das Team Yell an Hooligans - ganz im Stile Großbritanniens. Die neuen Pokémon können bislang überzeugen und von superniedlich bis cool ist für jeden Spieler etwas dabei. Legt man sehr viel Wert auf Charakterdesign, kann man sich in den zahlreichen Boutiquen und beim Friseur austoben.

Sehr überzeugend trotz kleinen Mankos

„Pokémon Schwert und Schild“ haben es mir sehr angetan und man kann mit Recht behaupten, dass diese beiden Titel zu den besten der Reihe gehören. Weniger begeisternd ist allerdings, dass die Entwickler davon abgesehen haben, alle Pokémon in das Spiel zu implementieren, angeblich aus Zeitgründen. Beim Durchspielen merkt man das glücklicherweise kaum. Darüber hinaus wurden scheinbar verschiedene Animationen aus vorherigen Teilen recycelt. Nichtsdestotrotz sind „Pokémon Schwert und Schild“ großartige Spiele und sind für jeweils etwa 50 Euro im Fachhandel erhältlich.