LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Ausstellung „Rund um die Welt“ im Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg

Badenixen, die, das Surfbrett unter den linken Arm geklemmt, mit Eleganz über den Strand spazieren. Solche und ähnliche Motive fanden sich zwischen den 1920er und -60er Jahren auf Werbeplakaten wieder, mit denen Fluggesellschaften, Reisebüros und Reedereien um Kunden warben. 70 Exemplare solcher Plakate sind seit einigen Tagen im Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg ausgestellt. Nicht selten dienten diese kunstvollen Werbeträger Grafikern und Malern als Spielwiese, auf der sie Klischees und Stereotypen in Szene setzen konnten.

Beim Betrachten der Arbeiten stechen dem Besucher allerdings auch stets wiederkehrende Symbole wie etwa der Eiffelturm oder japanische Tempel ins Auge, die heute noch teilweise in Reiseanzeigen auftauchen bzw. den Umschlag eines Reiseführers zieren. Auf Plakaten, die den Hunger nach schwarz-afrikanischen Reisedestinationen stimulieren sollten, kam es nicht selten zu Verflechtungen des Primitivismus und des Exotismus.

Die Plakate von japanischen Reiseunternehmern erinnern von der Ästhetik her an die traditionellen japanischen Farbholzschnitte; die Arbeiten französischer Grafiker erinnern ihrerseits häufig an Collagen.

Vorzüge der Transportmittel

Bei den meisten Werken im Musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg, die allesamt Teil der Plakatsammlung des Deutschen Historischen Museums sind, handelt es sich um Lithographien, Siebdrucke und Offsetdrucke.

Die aktuelle Ausstellung im Geschichtsmuseum erlaubt einen Einblick in eine Zeit, in der alleine schon die Planung und Buchung einer Reise nach Abenteuer dufteten. Vergleicht man die damaligen Plakate mit den heutigen Online-Flyern und Werbetrailern, so kommt man zum Entschluss, dass die Mittel, auf die die Reiseunternehmen heute zurückgreifen, um ihre Kunden zu ködern, sich nur bedingt von jenen unterscheiden, die vor einem halben Jahrhundert benutzt wurden. Fluggesellschaften etwa preisen immer die Vorzüge ihrer Transportmittel an: Ob es sich hierbei um ein Luftschiff handelt oder einen modernen Airbus A 380 spielt gar keine Rolle. Reedereien stellen mit Vorliebe ihre Ozeankreuzer in den Mittelpunkt der Werbebotschaft. „Rund um die Welt“ nimmt den Museumsbesucher mit auf eine Reise in die Anfangstage der Tourismuswerbung; wer möchte, kann in einem der bequemen Strandstühle Platz nehmen und durch den Ausstellungskatalog stöbern.


www.mhvl.lu