LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR/CORDELIA CHATON

Trotz Corona in die Ferne schweifen oder doch lieber „Vakanz doheem“?

Fernweh? „Ich bin dann mal weg“, war einmal. So leicht wird es uns in Zeiten der Corona-Krise leider nicht gemacht. Mit den weiteren Phasen der schrittweisen Lockerungen und den progressiven Öffnungen der Grenzen in Europa verschwinden jedoch immer mehr Hürden, die gegen Aufenthalte im Ausland sprechen. Die Hoffnung auf einen Sommerurlaub am Strand oder in den Bergen wächst. Immerhin fliegt Luxair bereits ab Pfingsten wieder einzelne Destinationen wie Porto, Stockholm oder Hamburg an. Und die ersten ausländischen Touristen haben ihren Platz schon auf einem Camping in Luxemburg gebucht oder sogar bezogen.

Langsames Ankurbeln

Viele Länder leben vom Tourismus und setzen natürlich alles daran, das Geschäft wieder in Gang zu bringen und alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dennoch stellen sich wohl viele die Frage, ob sie tatsächlich in den Flieger steigen oder doch lieber vom Angebot im eigenen Land profitieren sollten.

Noch hält sich die Reiselust bei vielen Menschen wohl in Grenzen, nicht zuletzt aus Angst um die eigene Gesundheit. „In diesem Sommer werden sicher mehr Bürger zuhause bleiben und unser Land entdecken als sonst“, meinte Mittelstands- und Tourismusminister Lex Delles (DP) gestern bei einer Pressekonferenz. Deshalb sei es natürlich wichtig, den hiesigen Tourismussektor wieder anzukurbeln und auf der anderen Seite auch den Einheimischen die Vorteile der Heimat als Urlaubsziel schmackhaft zu machen.

Werben für „Vakanz doheem“

„Es gibt Sektoren, in denen der Markt von heute auf morgen weggebrochen ist. Ich rede hier beispielsweise von Betrieben aus dem Tourismussektor, den Hotels, den Campingplätzen, den Herbergen und den Reiseagenturen, die momentan eine bittere Zeit erleben“, so Delles. Um diesen Betrieben bei der Wiederaufnahme ihrer Aktivitäten zu helfen, würden Relaunch-Kampagnen gestartet. „In diesem Kontext werden wir jedem Einwohner und Grenzgänger über 16 Jahre einen Gutschein von 50 Euro schenken, um in unserem Land in einem Hotel, einer Jugendherberge oder auf einem Campingplatz zu übernachten“, informierte der Minister. Mit dieser Maßnahme möchte man der Bevölkerung die Möglichkeit der „Vakanz doheem“ näherbringen.

Die Wiederaufnahme des Businesstourismus werde wahrscheinlich schneller eine gewisse Normalität annehmen können als der Freizeittourismus, gab der Minister auch noch zu bedenken. Luxemburg sei traditionell ein Land, das viele Touristen aus den Nachbarländern sowie Holland anziehe. Dies seien aber auch Touristengruppen, die etwas kurzfristiger planen könnten, da sie mit dem Auto oder dem Zug anreisen würden. „Auch diesbezüglich haben wir unsere Kampagnen umgestellt, damit wir, sobald wieder alles geöffnet ist, gezielt kommunizieren können. Ich lege aber wie gesagt auch sehr großen Wert darauf, dass die Luxemburger selbst ihr Land entdecken, das schließlich eine immense Vielfalt bietet“, unterstrich Delles.

Touristische Stätten öffnen nach und nach

Was nun die Wiedereröffnung der touristischen Stätten und Attraktionen anbelange, so seien die nächsten Schritte bereits in Planung, wie aus der rezenten Antwort von Minister Delles auf eine parlamentarische Frage der Grünen-Abgeordneten Stéphanie Empain hervorgeht. Die Generaldirektion für Tourismus im Wirtschaftsministerium sowie die regionalen Büros seien in engem Kontakt mit den Verantwortlichen der betroffenen Tourismusstätten.

„Luci“ lesen und Luxemburg lieben

„Luci“, das neue Magazin von „Luxembourg for Tourism“, lädt zu einer imaginären Reise durch das Großherzogtum ein. Der Name „Luci“ erinnert an den Gründungsnamen Luxemburgs, Lucilinburhuc. Das Magazin spiegelt das heutige Bild des Landes wider: weltoffen, warmherzig und vielfältig. Es richtet sich an Reisende, die nach Erfahrungen abseits der ausgetretenen Pfade suchen und sich dafür interessieren, was ein Land und seine Menschen wirklich ausmacht: Leben, Kultur, lokale Produkte, Natur und Traditionen.

In den Geschichten lernen die Leser Orte und Menschen kennen – und erfahren mehr über die Emotionen, die sie verbinden. Das Magazin inspiriert zu Ausflügen und neuen Begegnungen und soll Lust auf künftige Reisen machen. Man kann das Magazin entweder online lesen oder dort auch in gedruckter Form bestellen.

In der ersten Ausgabe von Luci entdecken die Leser unter anderem urbane Abenteurer, die das Welterbe der Stadt Luxemburg mit unglaublicher Leichtigkeit erkunden; visionäre Winzer, die ihr Land lieben und ihm Gutes tun möchten; Freunde aus aller Welt, die sich auf einer atemberaubenden Reise über die Bergrücken des Éislek befinden; oder Menschen, die die symbolischen Bedeutung unseres fotografischen Erbes emotional bewegt.

Die Zeitschrift, die in ihrer ersten Ausgabe auf 116 Seiten kommt, erscheint auf Deutsch, Englisch, Französisch und Luxemburgisch und kann kostenlos unter www.luci.travel oder per E-Mail an hello@luci.travel bestellt werden. Übrigens: die Website www.luci.travel ist aktuell nur in einer vorläufigen Version online. Ab dem Sommer präsentiert sie sich umfangreicher und vielseitiger.

Empfohlen: Urlaub in der Heimat

Niemand weiß, wohin die Luxemburger im Sommer fahren. „Aufgrund der sanitären Krise und der damit verbundenen Reiserestriktionen sind mittel- oder langfristig geplante Urlaubsreisen ins ferne Ausland derzeit schwer umsetzbar“, stellt Damien Valvasori, Sprecher im Mittelstandsministerium fest. Für ihn ist natürlich klar, dass Urlaub in der Heimat eine echte Alternative ist. „Luxemburg als Reiseziel hat ein großes Potenzial.“. Das bestätigt auch eine von der Generaldirektion für Tourismus und der nationalen Tourismusagentur LFT in Auftrag gegebene und von TNS-ILRES durchgeführte Gästebefragung unter den Einwohnern Luxemburgs. Diese orientieren sich stark an der Identifikation mit dem Großherzogtum und seinem touristischen Angebot.

Daher wundert es nicht, dass 60 Prozent der Einwohner Luxemburgs im vergangenen Jahr zumindest von Zeit zu Zeit an kulturellen Veranstaltungen, Wanderungen und Ausstellungen teilgenommen haben. Besonders interessiert am heimischen Angebot sind vor allem Einwohner über 55 Jahre. Und eine Mehrheit der Einwohner würde Luxemburg als Reiseziel empfehlen. Ein Drittel aller Befragten kann sogar als Botschafter des Großherzogtums eingestuft werden und wirbt aktiv für das Reiseziel Luxemburg. 76 Prozent aller Einwohner wünschen sich, dass der Tourismus eine wichtige Rolle spielt. Dem Urlaub in der Heimat steht also nichts mehr im Weg.

Luxair, LuxairTours und LuxAirport starten durch

Ab dem 31. Mai nach Faro

Nach zwei Monaten sehr reduzierter Aktivität hebt die Luxair zum Monatsende wieder ab. Die Passagierflüge starten wieder ab dem 29. Mai - unter strengen Hygienemaßnahmen. Sowohl die Fluggesellschaft als auch der Flughafen seien bereit, wieder Passagiere zu empfangen und zu transportieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Neben Warnhinweisen, Desinfektionsmitteln, Plexiglasvorrichtungen an den Checkin-Schaltern, einem ausgebauten Reinigungsplan und zahlreichen anderen Vorkehrungen wird angegeben, dass die Versorgung des Terminal-Lüftungssystems mit 100 Prozent Frischluft gewährleistet wird, wobei die Luft alle 30 Minuten vollständig ausgetauscht wird. Alle Sicherheitsvorkehrungen findet man auf der Webseite des Flughafens www.lux-airport.lu und auf dem digitalen Portal von Luxair www.luxair.lu.
Luxair Airlines startet ab dem 29. Mai wieder reguläre Passagierflüge mit den Destinationen Stockholm, Lissabon, Porto, Hamburg und München. Die ersten Ferienflüge von LuxairTours gehen indes am 31. Mai nach Faro, in die Algarve. In der portugiesischen Region wurden die Covid-19-Beschränkungen bereits ordentlich gelockert. LuxairTours hat allerdings Hotels ausgesucht, die ihren sanitären Anforderungen entsprechen. Zum Schutz der Kunden hat der Tour Operator auch Sicherheitsstandards ausgearbeitet, die über die Anforderungen der lokalen Behörden hinaus gehen. LJ