LUXEMBURG
LJ MIT DPA

EU-Länder weiten Einreisebeschränkungen wieder aus - Luxemburger sollten sich besonders gut vor der Reise erkundigen

Die EU-Länder weiten die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen wieder leicht aus. Nach einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss der EU-Staaten dürfen so seit gestern Reisende aus Algerien nur noch dann in die EU kommen, wenn dies zwingend notwendig ist. Lediglich Menschen aus elf Ländern dürfen demnach noch normal in die EU einreisen. Zu den Staaten gehören Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie hatten sich Mitte März alle EU-Staaten außer Irland sowie die Nicht-EU-Staaten Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island darauf geeinigt, nicht zwingend notwendige Reisen in die EU zunächst zu verbieten. Anfang Juli wurde dieser Einreisestopp dann erstmals wieder gelockert.
Grundsätzlich ist er ohnehin nicht bindend. Mehrere EU-Staaten legen die Empfehlungen so strenger aus. So hat Deutschland auch bisher keine zwingend notwendigen Einreisen aus Algerien zugelassen. Die Infektionsrate in dem nordafrikanischen Land war in den vergangenen Wochen ansteigend. Grundlage der EU-Liste ist vor allem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle in den vergangenen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner. Sie soll nahe am oder unter dem EU-Durchschnitt liegen. Aber auch Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, der Trend der Infektionszahlen und die allgemeine Reaktion des jeweiligen Landes auf die Pandemie spielen eine Rolle. Für Staaten, aus denen Bürger noch nicht wieder einreisen dürfen, sind Ausnahmen vorgesehen - etwa für EU-Bürger und ihre Familien. Allgemein sollte man sich auch als EU-Bürger allerdings versichern, welche Einreisbestimmungen in den jeweiligen Ländern gelten, da sie mitunter schnell ändern können. Vergewissern sollte man sich besonders auch als Luxemburger, denn das Land wird von einigen Ländern wegen proportional hoher Infektionszahlen als Risikoland geführt. Nachfolgend einige wichtigen Informationen:

Belgien: „Public Health Passenger Locator Form“ auszufüllen

Gestern war so zu erfahren, dass Einreisende mit dem Flugzeug oder Schiff nach Belgien, und alle die sich dort mehr als 48 Stunden aufhalten wollen, oder nach einem Aufenthalt von weniger als 48 Stunden im Ausland nach Belgien zurückkehren das Formular „Public Health Passenger Locator Form“ ausfüllen müssen, und zwar innerhalb von 48 Stunden vor der Ankunft in Belgien an diese Adresse: PLFBelgium@health.fgov.be. „Dieses Formular ermöglicht es, den Reisenden zu kontaktieren, wenn eine Infektion festgestellt wird, und wenn nötig eine Kontaktrückverfolgung durchzuführen“, heißt es auf der Webseite des belgischen Außenministeriums.
Mehr Informationen: www.info-coronavirus.be

Großbritannien: 14 Tage „Self-Isolation“

Das luxemburgische Außenministerium hatte bereits am Donnerstag vorgewarnt dass die britischen Behörden eine Autoisolationspflicht für Einreisende aus Luxemburg einführen würden. Am Freitag trat die Bestimmung tatsächlich in Kraft laut der Leute aus Luxemburg sich in eine 14tägige Isolation begeben müssen, wenn sie im Vereinigten Königreich ankommen. Die Inkubationszeit des Virus beträgt maximal 14 Tage. Ein negativer Covid-19-Test reicht demnach nicht. Außerdem müssen sie vor der Reise eine „Public Health passenger locator form“ ausfüllen.  Der Flugtransit übers Vereinigte Königreich ist von diesen Verpflichtungen ausgenommen. Während die Regelungen ändern können,  je nachdem ob man nach England, Schottland, Wales oder Nordirland will, rät das Außenministerium, sich im Vorfeld genau zu informieren.
Mehr Informationen: tinyurl.com/UKtravelLux

Deutschland denkt über obligatorische Tests nach

Das deutsche Robert Koch-Institut hatte Luxemburg vor gut zwei Wochen zum Corona-Risikogebiet erklärt, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Montag angekündigt, eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anzuordnen, die voraussichtlich in der kommenden Woche in Kraft treten soll. Er hoffe, dass die deutsche Regierung die Besonderheiten der Situation in Luxemburg bei ihrer Einschätzung berücksichtigen werde, sagte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn am Mittwoch. Luxemburg sei nämlich „im europäischen und im weltweiten Vergleich Spitzenreiter“ mit einer Testrate von über 12.000 Tests pro 100.000 Einwohner über einen Zeitraum von sieben Tagen. In den Zahlen würden zudem die rund 200.000 Grenzgänger aus Deutschland, Frankreich und Belgien erfasst, die auch zu Tests in Luxemburg eingeladen würden. Kritik gegen die Entscheidung des RKI und die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums kommt auch aus den angrenzenden Bundesländern zu Luxemburg: Rheinland-Pfalz und Saarland.

Frankreich setzt verstärkt auf Maskenpflicht an der frischen Luft

Wegen steigender Infektionszahlen hat Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben. Um die Ausbreitung von Covid-19 einzuschränken, könnten die Präfekturen nun die Maskenpflicht auf öffentliche Plätze ausdehnen, erklärte Gesundheitsminister Olivier Véran gestern. Diese Entscheidung könne vor Ort je nach Gesundheitslage getroffen werden. Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend. Eigentlich sind in Frankreich Masken nur in geschlossenen Räumen mit Publikumsverkehr Pflicht. Das sind zum Beispiel Geschäfte, Restaurants und Behörden. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen eine Corona-Schutzmaske tragen. Einige Städte - etwa in der Bretagne - hatten bereits eigenmächtig zuvor eine Maskenpflicht an der frischen Luft eingeführt. Andere Orte wie zum Beispiel die Hafenstadt Quiberon haben den Zugang zum Strand eingeschränkt. Abends und in der Nacht ist dieser nicht mehr zugänglich. Auf der Halbinsel in der Bretagne hatten Behörden zuletzt sehr viele Fälle identifiziert. Verantwortliche auch in anderen Badeorten wie Sables-d’Olonne oder Biarritz an der Atlantikküste hatten moniert, dass sich an den Stränden abends junge Menschen in großen Gruppen treffen würden.
In Frankreich steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen seit einigen Wochen wieder leicht. Die Gesundheitsbehörden rufen immer wieder zur Vorsicht auf. Am Pariser Seinevergnügen Paris Plages können sich Besucher zum Beispiel kostenlos mit einem Schnelltest auf Corona testen lassen. Mit mehr als 30.000 Toten ist Frankreich schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Einreisebeschränkungen für Luxemburger gelten derzeit nicht.