LUXEMBURG
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ASTA: Wetterdienst blickt auf das Jahr 2019 zurück

Kurz: 2019 war zu warm und im Norden zu trocken. Das Fazit der nationalen Wetteranalayse des staatlichen Wetterdienst der ASTA, der „Administration des Services Techniques de l’Agriculture“ des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung. Unter dem Strich, wie es der Chef des Meteorologischen Dienstes, Dr. Andrew Ferrone, ausformuliert, sind landesweit überdurchschnittliche Temperaturen (+0.9°C im Ösling und +1.0°C im Süden), Temperaturrekorde in Steinsel (40,8°C im Juli und damit neuer Rekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen) und in Remich (23,9°C im Februar), ein Tornado und lokale Regendefizite (bis zu -136mm in Arsdorf) registriert worden. Der Wein- und Obstbau verzeichnete je nach Lage hierdurch erhebliche Einbußen.

In der Landwirtschaft gab es vor allem bei der Futterproduktion auf den Wiesen und Weiden Verluste, der Maisanbau litt erheblich unter der Trockenheit. Die mittleren Temperaturen lagen nach ASTA-Bericht über den Werten der Referenzperiode, mit der geringsten Abweichung in Asselborn und Remich (+0.8°C) und der höchsten Abweichung in Clemency mit +1.0°C.

In Luxemburg-Stadt, wo die Temperaturen seit 1838 gemessen werden, reiht sich das Jahr 2019 nach den Ausführungen von Ferrone mit einer Abweichung von +0.2°C auf Platz 26 der wärmsten Jahre ein.

Nur im Januar, Mai und November wurden monatliche Mittelwerte unter der Referenzperiode aufgezeichnet. Insbesondere der Mai fiel im ganzen Land relativ kühl aus, mit einer Anomalie von bis zu -2.3°C in Asselborn. Hervorzuheben sind die extrem hohen Temperaturen vom 25. Juli, an den in allen 32 Stationen der ASTA Tagesmaximalwerte über 35°C gemessen und an vier Stationen die 40°C-Marke überschritten wurde.

Die Niederschlagssummen des Jahres 2019 zerteilten das Land in zwei Regionen. So gab es im Norden ein Niederschlagsdefizit, während im Süden des Landes ein Überschuss an Niederschlägen im Vergleich zum langjährigen Mittel festzustellen war. Das stärkste Defizit wurde in Arsdorf mit -136mm aufgezeichnet, während es in Koerich einen Überschuss von +62 mm gab.

Der Wein- und Obstbau hatte 2019 somit regional stark unter dem Spätfrost von Anfang Mai zu leiden, welcher je nach Lage zu erheblichen Verlusten führte (das „Journal“ berichtete). Im Wein-und Obstbau führte die starke Sonneneinstrahlung außerdem zu Sonnenbrand. Insbesondere für die Landwirtschaft wäre es, so die Prognose des Wetterdienstes, deshalb nötig, dass über den Winter die Wasserreserven im Boden kontinuierlich weiter gefüllt werden könnte, um den Wassermangel vollends wieder auszugleichen.

Vor allem die Futterproduktion auf den Wiesen und Weiden, sowie aber auch der Maisanbau hatten sowohl 2019 als auch in den vergangenen Jahren stark unter den Niederschlagsdefiziten zu leiden.