LUXEMBURG
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30.808 junge Leute erhielten 2019/2020 staatliche Stipendien - Die Zahlen zur „Rentrée académique“

Es sind stets aufschlussreiche Zahlen, die alljährlich zur „Rentrée académique“ präsentiert werden. Diesmal  geschah das allerdings nicht im Rahmen einer Pressekonferenz, sondern Hochschul- und Forschungsminister Claude Meisch stellte die Schlüsselzahlen gestern in dem parlamentarischen Bildungs- und Hochschulauschuss vor. Daraus geht beispielsweise hervor, dass für das akademische Jahr 2019/2020 mit 30.808 von insgesamt 33.715 Antragstellern einer Rekordzahl von Studenten eine staatliche Beihilfe zugestanden wurde, darunter 18.539 Ansässigen und 12.269 Nichtansässigen. Kinder von in Luxemburg arbeitenden Grenzgängern haben bekanntlich seit 2013 auch Anspruch auf Studienbeihilfen, die sich in mehrere Komponenten gliedern: neben einem Basisstipendium (1.050 Euro pro Semester) gibt es auch Komponenten, welche die soziale Lage des Haushalts oder die Mobilitätsanforderungen kombiniert mit Mietkosten berücksichtigen.

Summa summarum wurden im zurückliegenden akademischen Jahr so 128,6 Millionen Euro an Stipendien ausbezahlt, davon 96,5 Millionen an Gebietsansässige und 74 Millionen an Antragsteller luxemburgischer Nationalität. Bei den Nicht-Gebietsansässigen sind vor allem die Franzosen am stärksten vertreten (17,4 Millionen Euro an Stipendien), gefolgt von den Belgiern (5,7 Millionen). Zugleich liefen Ende 2019 Studienkredite mit staatlicher Garantie in einer Rekordhöhe von 562,9 Millionen Euro.

Mit insgesamt 4.650 Stipendienbeziehern aus Luxemburg bleibt Deutschland vor Belgien (3.248, wobei es seit 2018 weniger Studenten dorthin zieht) und Frankreich (2.467) nach wie vor das beliebteste Studienland für in Luxemburg Ansässige, wobei die meisten in Trier, Köln und Aachen studieren.

Andrang in den Niederlanden

Bei den Nicht-Luxemburgansässigen ist Frankreich die Top-Studiendestination (6.817), gefolgt von Belgien (4.344). Dort stehen wenig überraschend Lüttich, Brüssel und Leuwen als Studienstädte am höchsten im Kurs, in Frankreich sind es Metz, Nancy, Straßburg und Paris. Das Land, in das vergleichsweise immer mehr Studenten aus Luxemburg strömen, sind die Niederlande: 2015/2016 waren hier noch 468 Studierende aus dem Großherzogtum eingetragen. 2019/2020 waren es 1.156, vor allem in Maastricht, Amsterdam und Rotterdam.

In puncto Studienfächer bleiben Wirtschaftswissenschaften am beliebtesten mit insgesamt 7.573 Beziehern der luxemburgischen Studienbeihilfen. An zweiter Stelle stehen Gesundheitsberufe mit 3.719 Studierenden, wobei hier 2.790 Frauen sind, die übrigens auch in den Erziehungswissenschaften dominieren (1.339 von 1.790 Studenten). An dritter Stelle der bevorzugten Studienrichtungen: die Ingenieurswissenschaften mit 2.773 Studenten, davon lediglich 582 Frauen. Die meisten Bezieher luxemburgischer Studienbeihilfen absolvieren derzeit einen Bachelor-Studiengang (12.709), 4.866 einen Master und 342 ein Doktorat.

6.714 Studenten an der Uni-Luxemburg

Speziell hervorgehoben werden auch die Zahlen betreffend die Uni Luxemburg, die erst 2003 geschaffen wurde. Sie zählte 2019/2020 insgesamt 6.714 Studenten mit insgesamt 129 Nationalitäten. Die Zahl der Studenten, die ziemlich gleichmäßig auf die drei Fakultäten aufgeteilt sind (Wissenschaft, Technologie, Medizin: 2.064; Recht, Wirtschaft und Finanzen: 2.334 und Human- , Sozial- und Erziehungswissenschaften: 2.243) wächst beständig. 45,8 Prozent der Uni-Studenten sind Luxemburger, während 36,9 Prozent aus anderen EU-Ländern stammen und 17,3 Prozent aus Drittländern. Der Anteil an Studenten aus solchen Ländern und aus Luxemburg ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Der Anteil an EU-Ausländern allerdings in den letzten drei akademischen Jahren von 45 auf 36,9 Prozent gesunken. 46 Prozent der Studenten an der Uni absolvieren derzeit einen Bachelor-Lehrgang und 25,8 Prozent einen Master. Im vergangenen Jahr erlangten insgesamt 678 Studenten an der Uni ein Bachelor-Diplom, 528 ein Master- und  108 ein Doktordiplom.

31 BTS-Studiengänge

Eine wichtige Komponente der hiesigen Hochschullandschaft sind auch die „Brevets de technicien supérieur“ (BTS), den zweijährigen arbeitsmarkt-orientierten Studiengängen, von denen es mittlerweile bereits 31 gibt in den Bereichen Handel, Gesundheit, Industrie, angewandte Kunst, Handwerk und Dienstleistungen und für die immer mehr Brücken eingerichtet werden, um danach ein Bachelor-Studium und weitere höhere Uni-Studien abzuschließen. Im akademischen Jahr 2018/2019 wurden insgesamt 829 BTS-Studenten gezählt, davon 316 in der Gesundheitssparte (vor allem Krankenpflegerberufe mit diversen Spezialisierungen) und 214 im Bereich „Commerce“ (von Direktionsassistenz über Buchhaltung bis zu „Hospitality Management“). 284 Absolventen konnten ihr BTS im vergangenen Jahr abschließen.