LUXEMBURG/PEKING/SEOUL/ROM/BRÜSSEL
LJ MIT DPA

Noch immer kein Coronavirus-Fall in Luxemburg

Nachdem es gestern mehrere parlamentarische Dringlichkeitsanfragen zur rasanten Ausbreitung des Coronavirus in verschiedenen touristischen Regionen in Europa und Asien gegeben hatte, und die Europaschule in Luxemburg diejenigen Schüler, die sich vor kurzem in den vom Coronavirus betroffenen Gemeinden in der Nähe von Venedig und Mailand aufhielten, darum bat, die Schule 14 Tage lang nicht zu besuchen, reagierte am Nachmittag auch das Gesundheitsministerium.

Bislang rund 20 Verdachtsfälle in Luxemburg

So gab „Santé“ -Direktor Dr. Jean-Claude Schmit auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz an, zwar „relativ besorgt“ zu sein, jedoch „ohne in Panik zu verfallen“. Man stehe im engen Kontakt mit Kollegen anderer europäischer Länder. Es sei momentan schwer zu sagen, wie das Virus sich weiter verbreite. Für den Ernstfall sei Luxemburg aber gut vorbereitet, man habe bereits etwa 20 Verdachtsfälle auf das Virus getestet, die aber alle negativ gewesen seien. Flugverbote nach Italien, das ja aktuell in Europa besonders betroffen ist, hält Dr. Schmit zum jetzigen Zeitpunkt für nicht nötig, was auch für eventuell obligatorische Gesundheitschecks bei der Einreise auf dem Findel gelte.

Mehr Coronavirus-Tote in Italien

Mit dem Coronavirus-Ausbruch in Italien mit mehr als 200 Infizierten und mehreren Toten ist die Epidemie jedenfalls näher an Luxemburg herangerückt. Am heutigen Dienstag wollen die Gesundheitsminister aus Deutschland, Slowenien, Frankreich, der Schweiz und Österreich denn auch in Rom die Lage mit ihrem italienischen Amtskollegen beraten.

Bis zum frühen Abend sind in Italien mindestens sechs Infizierte gestorben - alle hatten demnach Vorerkrankungen.

Ein Fehlalarm hatte am Sonntagabend den Zugverkehr zwischen Italien und Österreich über Stunden lahmgelegt. Zwei Eurocitys auf dem Weg von Venedig nach München wurden von Österreichs Behörden am Brenner gestoppt. Einer der Züge hatte zwei deutsche Frauen an Bord, die Fieber und starken Husten hatten. Sie wurden aber in Verona negativ getestet. Danach konnten die 500 Passagiere nach München weiterfahren.

Die EU-Kommission kündigte ihrerseits Hilfszahlungen für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Höhe von 232 Millionen Euro an. „Mit mehr als 2.600 Toten gibt es keine andere Option, als sich auf allen Ebenen vorzubereiten“, sagte der EU-Kommissar für Krisenmanagement, Janez Lenarcic, gestern in Brüssel. Das neue Hilfspaket solle die WHO unterstützen und Ländern mit schwächerem Gesundheitssystem zur Verfügung stehen. Allein 90 Millionen Euro sollen in die Suche nach einem Impfstoff investiert werden.

In China stieg die Zahl der Toten stark. Die Gesundheitskommission berichtete gestern von weiteren 150 Covid-19-Todesfällen. Inzwischen sind nun mehr als 77.000 Infektionen und rund 2.600 Todesfälle erfasst, überwiegend in der schwer betroffenen Provinz Hubei in Zentralchina. In Südkorea, wo sich gerade ein größerer Ausbruch entwickelt, meldeten die Gesundheitsbehörden im Verlauf des Tages 231 neue Fälle von Infektionen im ganzen Land - der bisher stärkste Anstieg an einem Tag.

Aus rund 30 Ländern und Regionen außerhalb Festlandchinas sind mehr als 2.00 Infektionen und mehr als 25 Todesfälle berichtet worden. Im Iran stieg die Zahl der gemeldeten Todesopfer auf 12. Im Nachbarland Afghanistan wurde gestern der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Auch die beiden Staaten Bahrain und Kuwait l bestätigten erste Fälle.


Mehr Seite 09