LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die Bundespolizei kontrolliert noch akribisch - Keine Maskenpflicht im Saarland - Die Abschlussklassen haben ab 4. Mai wieder Schule

Die wichtigste Änderung im Rahmen der „Shut-down“ Erleichterungen ist für saarländische und luxemburgische Grenzgänger die Öffnung der Remicher Brücke. Die Schließung der Brücke war sowohl symbolisch als auch praktisch verheerend, der Verkehr lief in dieser Zeit Schengen und Perl, wo sich alles staute. Natürlich wird jetzt an der Brücke wie vor 25 Jahren - bei der Einreise nach Deutschland - kontrolliert.

Nur die Frage „Haben sie was zu verzollen?“ gibt es nicht mehr - jetzt geht es um Pendler oder Meldebescheinigungen, da nur Grenzgänger die Grenze passieren dürfen. Die Bundespolizisten, die gestern früh Dienst taten waren effizient und freundlich, dennoch standen in dieser verkehrsarmen Zeit gegen 11.10 immer um die zehn Autos in einer Warteschlange, dabei wurde der regionale Schwerverkehr ohne Kontrolle durchgewunken.

Keine Maskenverteilung, (noch) keine Maskenpflicht

Von einer ausgesprochenen Maskenpflicht ist man im Saarland weit entfernt, in den Läden sollte man eine Maske tragen. Aber der Anteil der Maskenträger liegt bei maximal einem Drittel. Immerhin, auf den Abstand wird meistens penibel geachtet. Natürlich gibt es auch keine Verteilung von Mundschutz-Masken durch die Öffentliche Hand. Dafür gibt es jede Menge ehrenamtliche Initiativen, die Mund-Nase-Masken nähen - Atemschutzmaske dürfen sie nicht heißen, da diese unter das deutsche Medikamentengesetz fallen und eine garantierte Leistung haben müssen.

Die meisten Handwerker durften bisher schon arbeiten

Die Beschränkungen des „Shut-downs“ waren im Saarland bisher schon weniger streng als in Luxemburg. Zwar durfte und darf man das Haus nur aus einem „wichtigen Grund“ verlassen. Aber solange man keine Party feiert, in Massen spazieren geht oder ein Grillfest in einem Park veranstaltet, greift die Polizei nicht ein - dort aber klar und eindeutig. Im Gegensatz zu Luxemburg durfte auch das Handwerk - mit Ausnahme der Frisöre und ähnlichem - weiterarbeiten. Installateure, Elektriker und andere Bauhandwerker waren wie gewohnt unterwegs.

Was beispielsweise zur Folge hatte, dass mein Nachbar seine private Nachhilfeschule schließen und per Skype weiterbetreiben musste, gleichzeitig den Installateur für den Einbau einer neuen Heizung im Haus hatte.

Die großen Werke, wie der Automobilzulieferer ZF und Ford haben allerdings den Betrieb eingestellt. Auch wenn der Wirtschaftsbetrieb zum Teil wieder anläuft, so sperrt ZF seine französischen Mitarbeiter weiterhin aus. Die Zoos in Saarbrücken und Neunkirchen dürfen auch wieder öffnen.

Den Schulbetrieb nehmen den Abschlussklassen am 4. Mai wieder auf, beispielsweise die 10. Klassen für den mittleren Bildungsabschluss oder die Klassen 12./13. für das Abitur. Für Cafés, Restaurants und Hotels sieht es dagegen düster aus. Dort wird sich mit Ausnahme von Außerhauslieferungen auch in den nächsten Wochen nichts tun.

Krach ums Outlet-Center Zweibrücken

Die von der deutschen Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder beschlossene Öffnung von Ladenlokalen bis zu 800 Quadratmetern Fläche war eigentlich als Bremse gedacht, damit Käufer nicht wieder in Massen in Innenstädte und Einkaufscenter strömen und die Idee vom Social-distancing ad absurdum führen. Das hat aber offensichtlich nicht jedermann verstanden, denn mit Entsetzen blicken die saarländischen Kaufleute und die Landesregierung ins benachbarte rheinland-pfälzische Zweibrücken. Das dortige Outlet-Center, eines der größten in Europa, eröffnet jetzt wieder. Völlig legal, da die einzelnen Geschäfte im Outlet nicht an die 800 Quadratmeter-Grenze stoßen, aber ebenso völlig am Sinn des Erlasses vorbei - die Massen werden strömen. Immerhin: Man will die Zahl der Parkplätze halbieren.