RONDA/COLMAR-BERG
INGO ZWANK

Unter anderem für Sportwagen konzipiert: neuer Eagle F1 Asymmetric 5 vorgestellt

Die Automobilindustrie mit all ihren Sparten ist in einem steten Wandel, dem sich auch Branchengrößen anpassen müssen: Eine wichtige dieser Sparten ist ohne Zweifel die Reifenindustrie, denn Sicherheit auf den Straßen beginnt mit den richtigen Reifen. Bei der Vorstellung neuer Pneus wird dabei häufig vergessen, wie viel Ingenieurskunst, innovative Technologien und Engagement der Entwickler in solch einem Produkt stecken. Denn die Entwicklung von neuen Reifen ist ein aufwändiger Prozess.

Mehr als 50 Kriterien umfasst beispielsweise das Lastenheft bei Goodyear für einen Sommerreifen, bei Winterreifen sind es noch mehr. Die Ingenieure benötigen oft bis zu drei Jahre, um einen neuen Pneu zu entwickeln. Der Reifenproduzent beherbergt im luxemburgischen Colmar-Berg Infrastrukturen, die modernste Anlagen mit neuester Technik und Möglichkeiten zur Leistungsprüfung von Pkw-, Nutzfahrzeug- und Lkw-Reifen bereitstellen. Das Reifenlaboratorium beispielsweise ist mit Technologien ausgestattet, die drei Hauptaktivitäten erlauben.

Regulierungs- und Homologationstests

Zum ersten führt das Labor Leistungsmessungen in der Reifenentwicklung durch, wobei alle neuen Reifen bestimmte Leistungskriterien unter streng kontrollierten Bedingungen erreichen müssen. Zugleich werden Regulierungs- und Homologationstests durchgeführt, um die Reifenkonformität mit einer Vielzahl von globalen und internationalen Gesetzen zu garantieren, sowie die Produktionsleistung und die Qualitätskontrolle zu überwachen.

Die „Active Cornergrip Technology“ war im Jahr 2007 eine wegweisende Erfindung, die den neuen Eagle F1 Asymmetric zum weltweit ersten Reifen für den Straßeneinsatz gemacht hat, der neben einer asymmetrischen Lauffläche auch über eine asymmetrische Karkasse verfügt. Damit setzte der Reifenproduzent Innovations-Maßstäbe. Jetzt präsentierte der Reifenhersteller seine neue Eagle F1-Serie, den Asymmetric 5, der Komfort mit überzeugender Performance beim Nassbremsen und Trockenhandling kombiniert. „Einen ultimativen Sommer-Allrounder im Ultra High Performance (UHP) Straßenreifensegment“, wie sich Holger Rehberg, Produktmanager bei Goodyear, bei der offiziellen Vorstellung im spanischen Ronda ausdrückt. „Für optimale Performance wurde die Stabilität des Laufflächenprofils beim Einwirken von Seitenkräften verbessert. Die resultierende Steifigkeit, das präzisere Lenkverhalten, der bessere Grip und die deutliche Rückmeldung von der Straße verbessern das Trockenhandling.“ Dies ermögliche ein dynamisches Fahrerlebnis, sagt Rehberg weiter. Mit dem Eagle F1 SuperSport, SuperSport R und SuperSport RS bringt Goodyear darüber hinaus eine neue Serie Ultra Ultra High Performance (UUHP) Reifen auf den Markt.

Bis Mai werden 51 Ausführungen verfügbar sein. Weitere zehn folgen bis Dezember 2019, womit sportliche Wagen wie VW Golf GTI, Hochleistungslimousinen wie BMW M3 oder Mercedes AMG C63 sowie alltagstaugliche Sportwagen wie Porsche 911 Turbo bedient werden.

Blick in die Zukunft

Doch nicht nur der neue Asymmetric 5 wurde hier in Spanien präsentiert. Auch ein Blick in die Zukunft wurde gewährt. Auf dem Genfer Autosalon 2019 zeigten gleich mehrere Firmen ihre Vision, angelehnt an klassische Science-Fiction-Filme: fliegende Autos - die natürlich auch entsprechende Reifen brauchen. Der Goodyear AERO beispielsweise soll sowohl als klassischer Reifen dienen, wie auch als Propeller eingesetzt werden können. Er soll so dafür sorgen, dass Fahrzeuge zukünftig fahren und fliegen können. Auch vorgestellt: der „Spring Tire“, den Goodyear gemeinsam mit der Nationalen Luft- und Raumfahrtbehörde der USA (NASA) entwickelt hat: ein neuer Typ Reifen, der es möglich machen soll, große, schwere und vor allem sperrige Fahrzeuge auf der Mondoberfläche zu manövrieren. Eine tragende Rolle dabei spielen jeweils 800 in den Reifen eingewobene Edelstahlfedern.