BRANDENBURG
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Minister Etgen stellt weitere Schutzprojekte für die Bienen vor

Die Gesundheit der Bienen liegt ihm besonders am Herzen! Darum freute sich Landwirtschaftsminister Etgen gestern bei einem Besuch bei Imker Paul Jungels, neue Projekt im Kampf gegen den Feind Nummer eins der Bienen, die Varroa-Milbe, vorstellen zu können. Jungels selbst ist dabei, sich diesem Thema zu stellen. Und zwar in der Form, dass eine gezielte Züchtung von widerstandfähigeren Bienen sich selbst gegen die Milbe behaupten können. „Eine interessante Möglichkeit, die auch von meinem Ministerium unterstützt wird“, sagt Etgen.

Zucht von Bienenpopulationen

In Luxemburg haben sich fünf Imkergruppen zusammengefunden, um durch Selektion und gezielte Verpaarung einen genetisch breiten Pool milbenresistenter Bienenpopulationen zu vermehren. Hierzu werden kleine Bienenvölker mit vielversprechenden Erbanlagen gezielt mit Milben infiziert. Einen Monat später wird die Brut geöffnet, um die exakte Vermehrungsquote der Varroa-Milben zu erfassen. Vermehrt werden im Folgejahr immer die vitalsten und resistentesten Linien. Da diese über die Drohnen bei natürlichen
Paarungen die gesamte Honigbienenpopulation in der Region positiv beeinflussen werden, dürfte sich die derzeit dramatische Lage in Bezug auf Varroa innerhalb von zehn Jahren deutlich entspannen. Übergeordnetes Ziel ist es langfristig die heimische Imkerei und die damit verbundene Bestäubung der Kultur- und Wildpflanzen nachhaltig zu sichern. Im Rahmen des Forschungsprogramms „BeeFirst“ werden die Maßnahmen der Imker zur Bekämpfung der Varroamilbe untersucht, um die erfolgreichsten Methoden zu identifizieren. Ein zweites Projekt beschäftigt sich mit der Senkung der Pestizidrückständen in den Pollen, indem zwei besonders harte Spritzmittel stark eingeschränkt werden sollen. „Damit spielt Luxemburg eine absolute Vorreiterrolle innerhalb von Europa“, sagt Etgen. Der nationale Aktionsplan zur Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes, der zurzeit überarbeitet wird, enthält viele Einzelmaßnahmen, die darauf zielen, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln deutlich zu verringern.

Über „BeeFirst“

BeeFirst ist ein Forschungsprojekt das vom Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST) im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums zum Thema Bienengesundheit ausgeführt wird. Analysiert wurden der Einfluss der imkerlichen Praktiken, der Flächennutzung, landwirtschaftlich oder nicht, der Varroa, der Viren, dem Wetter und den Pflanzenschutzmittelrückständen im Pollen auf das Bienensterben.