LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Luxemburg und das UN-Nachhaltigkeitsziel 6: Wasserläufe renaturieren, Trinkwasser schützen und sparsamer einsetzen

Welche Herausforderungen bringen die UN-Nachhaltigkeitsziele für Luxemburg mit sich? Im heutigen Beitrag dreht sich alles ums Wasser: Das sechste von 17 UN-Nachhaltigkeitszielen bedeutet in erster Linie, bis 2030 den „allgemeinen und gerechten Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser für alle“ zu erreichen. Doch auch den allgemeinen Zugang zur Sanitärversorgung will die Weltgemeinschaft durchsetzen. Schätzungsweise rund 785 Millionen Menschen können nicht auf eine grundlegende Wasserversorgung zurückgreifen. Zwei von fünf Menschen können sich in ihrem Zuhause nicht einmal mit Seife und Wasser die Hände waschen.

Doch auch ökologische Kriterien umfasst das sechste „Sustainable Development Goal“: Der Anteil des unbehandelten Abwassers soll binnen der nächsten elf Jahre halbiert werden, was schwierig werden dürfte. Denn laut UN-Angaben fließen mehr als 80 Prozent alle Abwässer durch menschliche Aktivitäten ungefiltert in Flüsse und Seen. Die Ressource Wasser möglichst effizient zu nutzen, wasserverbundene Ökosysteme zu schützen und wiederherzustellen und die Wasserqualität zu verbessern sind weitere Unterziele.

Bis 2030 könnten 700 Millionen Menschen durch massive Wasserknappheit zur Flucht gezwungen sein, mahnen die Vereinten Nationen. Zudem leben heute rund zwei Milliarden Menschen in Ländern mit einem hohen Druck auf die Ressource Wasser.

Maßnahmenprogramme zum Trinkwasserschutz

Wie soll das UN-Nachhaltigkeitsziel in Luxemburg umgesetzt werden? Der Entwurf des dritten nationalen Plans für eine nachhaltige Entwicklung befasst sich national gesehen unter den Aspekten „nachhaltige Produktion und Verbrauch“ und „Respekt der Kapazitäten der natürlichen Ressourcen“ mit dem SDG 6.

Erwähnt wird etwa der nationale Plan zur Reduzierung des Pestizideinsatzes, der beispielsweise vorsieht, in Trinkwasserschutzgebieten mehr landwirtschaftliche Flächen unter Agrarumweltmaßnahmen laufen zu lassen und Trinkwasserschutzmaßnahmen umzusetzen. Erwähnt wird das „LAKU“ Projekt zum Schutz des Stausees, indem die Belastung durch Nährstoffe und Pestizide in den umliegenden Gewässern reduziert werden soll. Maßnahmenprogramme sind in allen Trinkwasserschutzgebieten vorgesehen.

Auch die Renaturierung von Wasserläufen wird erwähnt. Was ihren ökologischen Zustand betrifft, bleiben die Herausforderungen groß. Lediglich drei Prozent der Flüsse und Bäche waren 2015 in einem sehr guten ökologischen Zustand

Indirekt wird die Schonung der Ressource Wasser auch über die Ansage der Regierung in Aussicht gestellt, nachhaltige Produktionsverfahren fördern zu wollen.

Kaum Aufschluss liefert das Dokument hingegen darüber, wie Wasser in Zukunft effizienter beziehungsweise sparsamer eingesetzt werden soll. Immerhin findet sich dazu ein Indikator im statistischen Kompendium des Statec zum SDG6. Die Effizienz der Wassernutzung (in Kubikmeter pro Million Euro) betrug demnach im Jahr 2017 0,84 m³, 34,1 Prozent weniger als noch 2010. Der Indikator für den Wasserstress bewegt sich über die vergangenen Jahre dagegen kaum. Die Kosten der Haushalte für Wasser vom Hahn nehmen ebenfalls zu, auch wenn ihr Anteil an den Gesamtkosten des Haushalts mit einem prozentualen Anteil von 0,8 Prozent im Jahr 2016 wohl überschaubar bleibt.

Über seine Entwicklungszusammenarbeit hilft Luxemburg ebenfalls in Entwicklungsländern. 2016 wurden 4,7 Millionen Euro für Trinkwasserprojekte ausgegeben. Im Jahr davor waren es 9,9 Millionen.