LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Regierung: Die graue Substanz der jungen Luxemburger soll gefördert werden

Das Luxemburger Schulsystem ist seit einigen Jahren von Reformen geprägt, sicher ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Politik etwas an der zukünftigen Generation liegt. Schließlich werden sie es sein, die den Wohlstand in unserer Gesellschaft garantieren sollen.

In diesem Zusammenhang spricht Marc Hansen, Staatssekretär im Bildungsministerium demnach auch von der „Ressource Nummer Eins“ unseres Landes: „Luxemburg hat praktisch keine natürlichen Ressourcen mehr, außer die graue Substanz der kommenden Generationen. Jene gilt es auf jeden Fall zu fördern.“

Arbeitsabläufe optimieren

In groben Zügen wolle man insgeheim auf Kontinuität setzen und somit an der Arbeit der letzten Regierung anknüpfen, erklärte Bildungsminister Claude Meisch.

Ein Thema, welches in den vergangenen Monaten für viele Diskussionen gesorgt hat, ist die Handhabung der Studienbeihilfen: „Nach der Reform in Bezug auf die Studienbeihilfen wird mehr Arbeit auf die zuständige Behörde, das ‚Centre de Documentation et d’Information sur l’Enseignement Supérieur‘ (CEDIES) zukommen. Aus diesem Grund haben wir bislang viereinhalb neue Posten geschaffen, um die Arbeitsabläufe zu optimieren. Wir rechnen mit 25.000 Anfragen, deren Bearbeitung komplexer wird, da im neuen System viele Kriterien berücksichtigt werden müssen.“

Minister Meisch und Staatssekretär Hansen haben gestern auch über den Umzug der Universität nach Belval informiert, der sich erneut um ein paar Monate verschieben wird.

Die Räumlichkeiten sollen im Herbst 2015 einzugsbereit sein, allerdings ohne Gewähr, da die Ausschreibung für die Ausstattung der Räume bei internationalen Firmen, nach der Abstimmung über ein Finanzierungsgesetz mit einem Budget von 140 Millionen Euro für drei Jahre, erst angelaufen sei. „Dabei geht es unter anderem um Labormaterial. Wenn Probleme auftreten sollten, dann ist es möglich, dass der Einzugstermin sich erneut verschieben wird“, erklärte Marc Hansen. Weiter soll der Forschungsstandort mehr gestärkt und gefördert werden. Dafür will die Regierung der Universität und den Forschungszentren in den kommenden vier Jahren 1,1, Milliarden Euro zur Verfügung stellen, wie Marc Hansen betonte: „Die Forschung ist ein Zukunftssektor, derzeit sind in Luxemburg 5.000 Menschen aktiv in diesem Bereich. Es ist uns wichtig, eine Forschungskultur aufzubauen. Forschung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Gesellschaft und die Wirtschaft.“

Gleichzeitig sei es der Regierung wichtig, der Bevölkerung näher zu bringen, was an der Universität und in der Forschung erreicht wurde, so Claude Meisch: „Wir müssen in diesem Sinn größere kommunikative Anstrengungen machen.“ Für diesen Herbst soll unterdessen die erste Ausgabe der „Assises de la recherche“ stattfinden. Dabei handelt es sich um ein Gesprächsforum, bei dem Experten über die Zukunft des Forschungsstandorts Luxemburg diskutieren.