LUXEMBURG
VICKY WAGNER

"Service Krank Kanner Doheem" innoviert

Was tun, wenn das Kind plötzlich krank wird und man doch zur Arbeit muss? Dann gibt es die Möglichkeit, auf den „Service Krank Kanner Doheem“ von „Femmes en Détresse“ zurück zu greifen. Der mit dem Chancengleichheitsministerium konventionierte Dienst bietet eine individuelle Betreuung der Kinder zuhause. Die Verantwortliche Vicky Wagner erklärt, wie das funktioniert und was sich mit der Pandemie geändert hat.
„Der Dienst wurde 1988 von ‚Femmes en Détresse‘ gegründet um vornehmlich alleinerziehenden Eltern zur Seite zu stehen, wenn ihr Kind plötzlich krank wird und sie keine Möglichkeit haben, sich frei nehmen zu können, um es selbst zu betreuen.
Heute ist der ‚Service Krank Kanner Doheem‘ für alle Familien in Luxemburg da, die mit einer solchen Situation zurechtkommen müssen. Wobei die Tarife abhängig von der Einkommenslage der Haushalte sind.
Wird etwa ein Kind über Nacht krank, kann man sich auf unserer Webseite anmelden oder eine Botschaft auf unserem Anrufbeantworter hinterlassen. Wir rufen dann sofort morgens um 7.00 zurück und organisieren die Betreuung. Derzeit stehen 13 Betreuerinnen bereit, ausser an Wochenenden und Feiertagen. Insgesamt haben sie im vergangenen Jahr 1.206 Betreuungen geleistet. Über die Hälfte sind ‚Gardes‘ von acht oder neun Stunden und es sind überwiegend Kinder zwischen einem und sechs Jahren, die betreut werden.
Es gibt Anfragen für längere Betreuungszeiten, denn manche Eltern haben längere Wege von der Arbeit nach Hause, aber die können wir leider nicht befriedigen mit unserer Personaldecke. Die meisten Mitarbeiterinnen verfügen über eine Ausbildung im sozio-familiären Bereich und werden intern auf ihre Aufgaben vorbereitet. Das bedeutet auch, dass sie zunächst erfahrene Betreuerinnen begleiten, bevor sie alleine Missionen erfüllen. Diese gehen über die Beschäftigung der Kinder hinaus. Wir legen dabei viel Wert auf den Aufbau eines Vertrauensverhältnisses mit den Kindern und den Eltern.
Unsere Betreuerinnen sind übrigens voll ausgerüstet für ihre Mission. Sie verfügen über einen Koffer oder einen Rucksack mit Spielzeug – das immer nach Gebrauch desinfiziert wird – und Bastelsachen, die vor Ort bleiben. Neuerdings tragen unsere Mitarbeiterinnen auch Uniformen in den Farben des SKKD. Das wurde erst durch Spenden möglich, ebenso wie etwa die Anschaffung von Erste-Hilfe-Kits, Thermometern und GPS-Geräten für unsere Mitarbeiterinnen. Denn unser Budget bleibt knapp.
Wir haben die Zeit des Lockdown genutzt, um die Hygiene-Maßnahmen, von denen wir auch vor der Covid-19-Krise schon eine ganze Menge anwenden, in einem neuen Konzept zusammen zu fassen.
Unsere Betreuerinnen verfügen über Stoff- und Einwegmasken sowie über Schutzvisiere und Desinfektionsmittel und desinfizieren nach einem Einsatz auch ihre Kleidung und sonstige Dinge, die sie benötigen. Gesundheit und Sicherheit müssen natürlich in jedem Fall groß geschrieben werden.“
Mehr Informationen: www.skkd.lu