LUXEMBURG
CHRISTOPHE MURROCCU

Im Zwischenbericht zum Projekt „Rethink“ des Oekozenter Pafendall asbl und dem Mouvement Ecologique finden sich 35 konkrete Anregungen, welches neues Wirtschaftsmodell aus der Pandemie und in die Zukunft führen könnte. Christophe Murroccu vom Mouvement Ecologique ist Co-Autor des Zwischenberichts und erklärt, wie wir zukünftig mit Ressourcen umgehen können.

„In den letzten Monaten wurde uns eindringlich vor Augen geführt, wie fragil unser derzeitiges Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell ist. Zerstörung von Lebensräumen, Abhängigkeit von weltweiten Lieferketten, übermäßiger Konsum und Ressourcenverbrauch - dies sind nur einige der fatalen Grundlagen, auf denen sich unsere aktuellen Modelle stützen. Parallel zeigte sich, dass Werte, die mit Lebensformen wie ,Teilen‘ – ,Miteinander‘ – ,Solidarität‘ verbunden sind, von immer mehr Menschen in den Fokus gestellt und unterstützt werden.

Dies gilt es nun durch die Schaffung konkreter Rahmenbedingungen zu fördern. Der im Projekt ,Rethink‘ thematisierte Themenbereich ,Reuse-Repair-Share‘ im Kontext der Gemeinwohlökonomie erlaubt es nämlich, den Ressourcen- und Energieverbrauch maßgeblich einzudämmen, wenn unsere Art und Weise des Wirtschaftens nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden soll. Hierfür ist es jedoch wichtig, alle gesellschaftlichen Akteure für die verstärkte Förderung langlebiger Güter sowie des Reparatur- und Sharing-Gedankens mitzunehmen. Es muss alles getan werden, damit Handel und Handwerk den von der EU und der Regierung aktuell angestrebten Paradigmenwechsel in der Abfallwirtschaft beziehungsweise dem Produktdesign mittragen, gleichzeitig aber auch ,Bottom-Up‘-Intitiativen weiterhin eine Chance haben.

Auch auf kommunaler Ebene – also auch innerhalb der Gemeindesyndikate - gilt es im Rahmen der Abfallwirtschaft verstärkt dazu beizutragen, dass Produkte nach Ende ihrer Nutzung durch einen Eigentümer in gleicher oder veränderter Form weiter genutzt werden können. Gerade hierbei bieten sich zudem auch interessante Synergien zwischen Abfallsyndikaten und sozialwirtschaftlichen Arbeits-Initiativen an, unter anderem durch die Entwicklung der aktuellen Recyling-Zentren zu ,Ressourcen-Zentren‘, die landesweit nach einheitlichen Gesichtspunkten konzipiert werden sollen.

Alles spricht zur Zeit also dafür, dass Staat und Gemeinden aktiver im „Reuse-Repair-Share‘-Sektor werden. Dies auch mit dem Ziel, resilientere Gesellschaften zu schaffen, die weniger abhängig sind von globalen Lieferketten und Stoffströmen sowie weniger anfälliger für Krisen sind.

Zusätzlich steht das Konzept aber ebenfalls für eine Wende in der Art und Weise, wie die Wirtschaft und Gesellschaft organisiert wird. Zahlreiche Initiativen leben bereits die Vorteile des Sharings und der Solidarwirtschaft vor. Sie stehen dafür ein, dass eine Wirtschaft nicht in einem anonymisierten Raum auf Ressourcenverbrauch gründen muss, sondern in erster Linie im Sinne des Gemeinwohls.“

Weitere Informationen auf www.meco.lu