LUXEMBURG/MUSEUMSINSEL
DANIEL OLY

„Into the Breach“ ist knackige Rundenstrategie mit Zeitreise-Faktor

Die Erde wurde durch eine gigantische Flut überschwemmt - seitdem gibt es nur noch eine Handvoll Inseln. Als sei das noch nicht genug der Warnung vor der Eiskappenschmelze, ruft das Szenario zudem mordende Riesen-Insekten (die sogenannten „Vek“) auf den Plan, um der Menschheit endgültig den Garaus zu machen. Das Schlimme daran: Die Insekten haben Erfolg, die Erde geht unter. Ändern sollen das durch die Zeit zurück geschickte Mechs. Zeitreise-Kammerjäger, quasi.

Der neue Titel von den Machern von „Faster than Light“ horcht auf den schicken Namen „Into the
Breach“ und erobert derzeit den Markt für knackige, komplexe Rundenstrategie-Spiele im Sturm. Das könnte natürlich auch einfach nur damit zu tun haben, dass in dem Genre seit Jahren ohnehin nicht viel los ist.

Kombinations-Sieg

Sei’s drum: In „Into the Breach“ steuert der Spieler die Geschicke der zeitreisenden Kammerjäger und versucht, zumindest eine Version der Welt zu schaffen, in der die Insekten nicht siegen. Die Kammerjäger treten in Dreier-Teams auf und hören auf markige Namen wie „Riftwalkers“ oder „Flaming Behemoths“. Allesamt haben sie Stärken und Schwächen: Der große Kampfroboter etwa verprügelt seine Ziele per Faustschlag und schiebt sie vor sich weg, ein Panzer mit Hakenkanone zieht sie zu sich hin. Das lässt jedes Team anders spielen und erfordert langfristige Planung: Ziele per Haken zu sich ziehen und vom Kollegen per Faust ins Wasser schubsen, beispielsweise. Oder: Ein Ziel in ein anderes hineinschubsen, um mehr Schaden zu verursachen.

Diese cleveren Kombinationen sind bitter nötig, denn meist sind die Mechs ganz klar in der Unterzahl und müssen sich gegen mehrere Ziele gleichzeitig erwehren. Und damit nicht genug: Die Vek greifen gezielt Gebäude mit Zivilisten an und ignorieren im günstigen Moment die Mechs des Spielers. Segnen genügend Zivilisten das Zeitliche, ist die Zeitlinie verloren und die Mechs müssen sich zurück ziehen - alles wieder auf Anfang. Damit das nicht passiert, schubst der Spieler die Gegner ineinander, ins Wasser, in Lava-Pfützen oder in brennende Wälder. Und hofft, damit einen Angriff wirkungslos verpuffen zu lassen. Es hilft, dass die Nutzeroberfläche klar anzeigt, worauf der Käfer zielt. So kann der Spieler immer entscheiden, worum er sich kümmern will. Leider heißt das auch, dass manchmal ein Gebäude voller Zivilisten geopfert werden muss, damit der Rest überlebt. Die Entscheidung fällt - wie könnte es anders sein - nie leicht.

Abwechslung garantiert

Kein Kampf, kein Szenario gleicht damit einem anderen. Abwechslung garantiert. Das kommt auch durch die immer andere Gegnerauswahl und das zufällig bestimmte Terrain zustande. Die Vek, gegen die der Spieler kämpfen muss, werden bei jedem Missionsstart neu zusammen gewürfelt. Damit sehen selbst Veteranen mehrerer Durchläufe immer mal was Neues. Hinzu kommt, dass die Piloten der Mechs dazu lernen, neue Ausrüstung finden oder ihre Kampfroboter aufrüsten können.

Leider heißt das aber auch, dass sie unwiederbringlich sterben und verloren gehen können. Außerdem kann der Spieler immer nur einen Piloten mit seinem Roboter in eine neue Zeitlinie mit übernehmen. Da fällt die Wahl manchmal schon schwer. Und es schmerzt doppelt und dreifach, wenn der beste Schütze, der effizienteste Pilot oder das liebste Gerät das Zeitliche segnet. Das hält Spieler aber bei der Stange.

Das alles verpackten die Entwickler in einer schön detaillierten und dennoch übersichtlichen Pixelgrafik. Das hält zudem die Schlachtfelder übersichtlich und erlaubt dem Titel sogar theoretisch, unterwegs gespielt zu werden - wenn denn der mitunter hohe Schwierigkeitsgrad nicht wäre. Größter Vorteil: Durch die simple Aufmachung läuft „Into the Breach“ auch auf dem allerletzten Bürotoaster. Spieler brauchen sich also nicht zu fragen, ob der eigene Rechner für die Käferjagd reicht.

Erhältlich für Windows, Linux und Mac ab 15 Euro.