LUXEMBURG
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Der Weg von Aristides de Sousa Mendes in einer Ausstellung im Nationalarchiv

Da Portugal in Kürze als Mitglied in der „International Holocaust Remembrance Alliance“ (IHRA) aufgenommen wird, dessen Vorsitz momentan von Luxemburg wahrgenommen wird, will das Luxemburger Nationalarchiv zu diesem Anlass näher auf die portugiesisch-luxemburgischen Beziehungen eingehen, dies mittels einer Ausstellung, die Aristides de Sousa Mendes (1885-1954) gewidmet ist.

Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs als Generalkonsul Portugals in Bordeaux tätig, rettete dieser außergewöhnliche Mann tausenden Flüchtlingen das Leben, indem er ihnen Visa ausstellte - auf die Gefahr hin sich gegen seine Regierung zu stellen. Auch luxemburgische Staatsbürger, wie etwa das Umfeld der großherzoglichen Familie, konnten von der Hilfsbereitschaft des Generalkonsuls profitieren. Aristides de Sousa Mendes wurde letztendlich, nach Abschluss eines gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens, seines Amtes enthoben.

Die Ausstellung, die am Mittwochabend im Beisein von Kulturministerin Sam Tanson eröffnet wurde, steht unter der Schirmherrschaft des großherzoglichen Paares sowie des Präsidenten der Portugiesischen Republik. Bis zum 22. Februar 2020 kann die Schau nun im Nationalarchiv (Plateau du Saint-Esprit) besucht werden.

Persönliche Dokumente und Augenzeugenberichte

Die Ausstellung ist in französischer und englischer Sprache und zeigt unzählige vom Nationalarchiv aufbewahrte sowie aus Portugal stammende Dokumente, die den Beständen des Portugiesischen Nationalarchivs Torre do Tombo und des Instituto Diplomático des Außenministeriums Portugals in Lissabon entliehen wurden. Der Weg von Aristides de Sousa Mendes wird auch anhand von persönlichen Dokumenten und Gegenständen nachgezeichnet, die von seinen Nachfahren zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wird auch das Schicksal einiger Flüchtlinge thematisiert - anhand von Dokumenten und Gegenständen, die diesen gehörten und dem Nationalarchiv für die Dauer der Ausstellung von der Sousa Mendes Foundation in New York als Leihgabe überlassen wurden, sowie mittels zahlreicher audiovisueller Augenzeugenberichte.


Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8.30-17.30

und Samstag 8.30-11.30. Der Eintritt ist frei. Kostenlose

Führungen auf Anfrage: relations.publiques@an.etat.lu