ESCH/ALZETTE
PATRICK WELTER

Petition 989 zum Erhalt der Gebläsehalle in Belval

Was Belgien und Deutschland mit viel geringerem Budget hinbekommen, sollte auch in Luxemburg möglich sein“, nämlich die Sicherung von Industriedenkmälern. So der Tenor einer Pressekonferenz der „Amicale des hauts-fourneaux A + B“ - die verbliebenen Hochöfen in Esch-Belval - mit der sie ihre Bürgerpetition 989 zum Erhalt der sogenannten Gebläsehalle in Belval vorstellten.

Von dort aus wurden die Hochöfen durch gewaltige Turbokompressoren mit ausreichend Luft versorgt, um die Koksverbrennung anzufachen und damit die Erzverhüttung möglich zu machen. Die Halle wurde 1910-1911 gebaut und hat einen Umfang von 160 Meter Länge, 72 Meter Breite und eine Höhe von 28 Metern. Laut „Amicale“ ist die Gebläsehalle, mit Ausnahme des Daches - das dringend saniert werden muss - noch in einem guten baulichen Zustand. Von den ursprünglich elf Turbokompressoren, später fünf, sind noch drei erhalten. Die Amicale möchte, dass diese Halle keinen „urbanistischen Fehlplanungen“ zum Opfer fällt und als Industriedenkmal erhalten wird. Was eine Nutzung keineswegs ausschließen würde, sondern sogar zwingend erforderliche mache. Die „Amicale“ setzt dabei auf die Ansiedlung eines „Nationalen Zentrums für Industriekultur“ (CNCI) oder eine Nutzung als Konzert-, Ausstellungs- oder Eventhalle. Vorbild dafür ist die - komplett erhaltene - Gebläsehalle im Weltkulturerbe-Stahlwerk Völklingen.

Im Mittelpunkt von 2022

Die Planer des Kulturjahres 2022 mit der europäischen Kulturhauptstadt Esch/Alzette haben die Halle und ihr üppiges Raumangebot in das Zentrum ihrer Überlegungen gestellt. Die „Amicale“ sieht darin auch eine gute Gelegenheit, europäische Fördermittel für den Erhalt der Gebläsehalle über 2022 hinaus locker zu machen.

Grundsätzlich erhofft sich die „Amicale“ eine Vernetzung aller Industriegeschichtlichen Standorte im Luxemburger Süden.

Online oder in Papierform

Aktuell wurde die Petition 989 bereits von 347 Personen (Stand Freitag, 11.15) unterzeichnet, innerhalb von 42 Tagen müssen insgesamt 4.500 Unterschriften abgegeben werden, damit sich die zuständigen Parlamentsausschüsse in einer Anhörung mit dem Thema der Petition beschäftigen müssen.

In der Regel werden die Unterschriften online auf der Internetseite www.chd.lu abgegeben, eine Unterschrift in Papierform kann über die „Amicale“ erfolgen.